Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Montag, 05. Januar 2026 • 08:57:44 (UTC+1)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 041800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 04.01.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Schneetief über der Nordsee, im Süden unter Hochdruckeinfluss mäßiger, nachts
strenger Frost.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
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Aktuell ... zeigt sich das IFS EPS wieder sehr einheitlich. Während am heutigen
Sonntag die Wetterlage Nordwest zyklonal nahezu das gesamte EPS dominiert,
übernimmt von Montag bis Mittwoch die Wetterlage Trog Mitteleuropa diese Rolle.
Beide Wetterlagen stehen dabei für einen unbeständigen, winterlichen
Wettercharakter.

Allerdings ist es nicht ganz so einfach, wenn man sich die Details genauer
anschaut. Vor allem der Süden bleibt nämlich bei kompensierendem Absinken unter
Hochdruckeinfluss. Demnach bleibt es dort weitgehend trocken. Bei Aufklaren ist
nachts schließlich strenger Frost zu erwarten, tagsüber herrscht leichter bis
mäßiger Dauerfrost.

Für den Norden und zeitweise auch die Mitte passt aber das zu den Wetterlagen
gehörende Wettergeschehen. Dabei halten sich potentielle frontale Prozesse in
Grenzen. Allerdings sorgen PVA, vorderseitig aufziehender Kurzwellentröge, sowie
die einfließende Höhenkaltluft für Labilisierung und entsprechend
Hebungsimpulse. Als Folge ziehen vor allem über die Nordwesthälfte weitere
Schauer hinweg, die meist als Schneeschauer fallen und allenfalls an der Nordsee
auch mal die flüssige Phase annehmen können.

Aus Warnsicht steht neben dem Frost, der schon angesprochen wurde, vor allem der
Schnee im Vordergrund. Ab der Nacht zum Montag bis Dienstagnacht lässt ein
Schneetief, welches sich von der nördlichen Nordsee in die Deutsche Bucht bzw.
Nordfriesland verlagert und eine Tiefdruckrinne von der Nordsee bis zum Baltikum
stützt, seine Muskeln spielen. Vor allem im Nordseeumfeld sowie in
Schleswig-Holstein werden die Hebungsimpulse von PVA und Kaltluft in der Höhe
von Prozessen des Tiefs mit okkludierten Zügen verstärkt. Resultierend sollen
sich wiederholt Schauerstraßen ausbilden, die von der schleswig-holsteinischen
Nordseeküste bis in den Flensburger Raum driften. Innerhalb von 18 bis 24
Stunden wären dabei 10 bis 25, lokal bis 30 cm Neuschnee möglich. Der
Schwerpunkt soll derzeit von Montagfrüh bis Montagmittag sein, in dem 10 bis 20
cm in 6 bis 9 Stunden niedergehen und somit unwetterartig ausfallen können.
Ansonsten werden im Nordseeumfeld 1 bis 6, in Teilen Ostfrieslands bis 12 cm im
gleichen Zeitraum erwarten. Ab Montagmittag bekommen die Schauer dann mehr Drift
nach Südosten, sodass sich diese von der Nordsee und Benelux bis in die Mitte
schieben können. Abgesehen von der Nordweststaulagen der Berge, wo um 5 cm
Neuschnee möglich sind, sollten die Schneeschauer aber nur einen Schneezuwachs
von 1 bis 3 cm in 6 bis 12 Stunden bringen und könnten somit auch mit einer
Glättewarnung eingefangen werden.

Aufgrund der Höhenkaltluft und der signifikanten Labilisierung sind im
Nordseeumfeld und dem angrenzenden Binnenland am Montag auch einzelne
Wintergewitter mit Graupel sowie steife bis stürmische Böen möglich.

Der Wind spielt entgegen der Vortage keine oder kaum noch eine Rolle. Allenfalls
im Nordseeumfeld und dort vor allem auf den Inseln können noch steife Böen
auftreten.

Alle weiteren Details und tiefer gehenden Informationen können sie der
Frühübersicht entnehmen.


Montag ... siehe oben

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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag ... kommt langsam ein neues Randtief in den Fokus, welches von
Schottland in die südliche Nordsee wandert und einen teils okkludierten
Frontenzug im Schlepptau hat. Demnach kommen tagsüber im Nordseeumfeld teils
schauerartig verstärkte Schneefälle auf, die sich bis Mittwochfrüh auf die
Nordwesthälfte ausdehnen. Vor allem im westlichen Niedersachsen und dem
nördlichen Münsterland kann es auch kräftiger schneien. Innerhalb von 6 bis 12
Stunden wären demnach 5 bis 10, lokal bis 15 cm Neuschnee möglich. Auf den
Nordseeinseln und direkt an der Küste gehen die Niederschläge teilweise in Regen
oder Schneeregen über. Resultierend ist erneut verbreitet mit Glätte zu rechnen.


Neben dem Schnee nimmt auch der Wind wieder Schwung auf und erreicht im
Nordseeumfeld steife, in Nordfriesland auch stürmische Böen. Mit dem Vorankommen
der teils schauerartigen Schneefälle können auch im Nordwesten und Westen
gebietsweise starke bis steife Böen (Bft 6-7) auftreten. Auf dem Brocken fegt
voraussichtlich Sturm. Bei den Temperaturen bleibt tagsüber der leichte Frost
Trumpf, allenfalls in Teilen von NRW sowie allgemein am Rhein sowie dem
Nordseeumfeld schieben sich die Werte teils in den leichten Plusbereich. Nachts
steht vom Schwarzwald bis zu den Alpen sowie im Erzgebirgsumfeld weiter der
strenge Frost auf der Agenda.

Ab Donnerstag wird es dann spannend. Vom Nordostatlantik schieben sich über die
Britische Inseln hinweg weitere Tiefs ostwärts und haben dabei mildere
Meeresluft im Gepäck. Einhergehend nimmt die Phasenlotterie mit dem Potential zu
Glatteis zu. Schauen wir mal.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die großskaligen Strukturen der Geopotental- und Luftdruckfelder werden von den
Modellen vergleichbar simuliert. Im Detail ergeben sich jedoch geringe
Abweichungen.

Demnach wird die Stärke sowie auch die räumliche Einordnung des Schneetief über
der südlichen Nordsee am Montag von den Modellen leicht unterschiedlich gezeigt.
Resultierend weichen die Intensitäten der Schneefälle sowie auch die räumliche
Ausdehnung der Schauerstraßen etwas voneinander ab.

Gleiches gilt auch für die kurzwelligen Anteile bzw. Kurzwellentröge am Dienstag
und in der Nacht zum Mittwoch. Je nach Amplitude sind die Niederschläge mehr
oder weniger intensiv und auch unterschiedlich stark südwärts ausgedehnt. Zudem
ergeben sich zwischen den Modellen Phasenunterschiede, sodass das zeitliche
Eintreffen sowie die Verlagerung leicht verschieden abgebildet werden.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 04.01.2026 um 10.30 UTC



Auflösung der Atlantikblokade: Zunächst winterlich. Dann Übergang in eine
Westwetterlage mit Sturmpotenzial am Freitag.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 11.01.2026


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Mittwoch hat sich das atlantische
Blocking, das bis Grönland reichte, weitestgehend abgebaut. Übrig geblieben sind
ein noch kräftiges Azorenhoch und eine positive Geopotenzialanomalie über
Grönland. Somit hat der Umbau der Wetterlage begonnen. Ursache dafür war eine
negative Temperaturanomalie über Ostkanada, die über dem Westatlantik
Zyklogenese auslöste und somit den Block angreift. Die Zirkulation über dem
Atlantik driftet nun in Richtung NAO-positiv.

Zur Mitte der Woche liegt noch ein ausgeprägter Langwellentrog über
Zentraleuropa. Er reicht mit seiner Achse weit nach Süden bis nach Algerien.
Dabei ist bei uns eine gealterte subpolare Luftmasse wirksam (850-hPa-Temperatur
~ -7 °C.). Ein flaches Tiefdruckgebeit liegt nach dem IFS-Hauptlauf über dem
Nordwesten Deutschlands und sorgt in der Nordwesthälfte für Schneeschauer.

Bis Donnerstag baut sich im Seegebiet zwischen Irland und Skandinavien niedriges
Geopotenzial auf. Damit verbunden ist ein breiter sich amplifizierender
Kurzwellentrog über dem Atlantik, an dessen Vorderseite südlich von Irland eine
rapide Zyklogenes ausgelöst wird. Vorderseitig dreht die Strömung über West- und
Mitteleuropa auf West bis Südwest, wodurch massive Warmluftadvektion in Gang
gesetzt wird. Der europäische Langwellentrog wird somit rasch nach Osten
verdrängt, sodass die Warmfront laut IFS bereits auf den Westen Deutschlands
übergreifen kann. Dabei geht der Schnee rasch in Regen über.

Am Freitag hat sich der Kurzwellentrog zu einem Langwellentrog amplifiziert, der
Westeuropa erfasst. Das zugehörige, sich rasch entwickelnde Sturmtief greift
dann voraussichtlich mit seinem Kern auf den Nordwesten Deutschlands über. Es
besteht Potenzial für schwere Sturmböen und kräftige Schneefälle mit Verwehungen
auf dessen Nordostflanke. Ansonsten gelangt aller Wahrscheinlichkeit nach
zumindest der Süden und die Mitte in den Bereich des weit geöffneten Warmsektors
mit 850-hPa-Temperaturen um +1 °C. Auf weitere Details soll hier verzichtet
werden, da die Lage noch sehr unsicher ist.

Zum Wochenende überquert das Tief unter Abschwächung die Nordhälfte ostwärts
nach Polen, sodass wir auf dessen Rückseite gelangen. Dadurch wird erneut
arktische Kaltluft angezapft. Unter Trogeinfluss kommt es wieder zu zahlreichen
Schnee- und Graupelschauern. Wie lange diese Rückseite anhält, ist noch
unsicher. Laut dem IFS und vielen anderen Globalmodellen bildet sich erneut ein
Tiefdruckkomplex über dem Atlantik, auf dessen Vorderseite Warmluft nach
Mitteleuropa gelangt.

IFS simuliert dann ab Beginn der neuen Woche dann eine niederschlagsreiche und
windige Westwetterlage, mit 850-hPa-Temperaturen von 0 °C im Norden und 0 bis 5
°C im Süden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Position und Stärke des Sturmtiefs werden von den Vorläufen jeweils
unterschiedlich bewertet. Betrachtet man jedoch den erweiterten
Mittelfristzeitraum ab nächster Woche, so zeigt sich, dass die IFS-Ensembles bei
den 850-hPa-Temperaturen einen deutlichen Sprung nach oben gemacht haben.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Vergleich zu den anderen Modellen sind bereits am Mittwoch Unterschiede in
der genauen Position und Tiefe des kleinen Tiefdruckgebiets über
Nordwestdeutschland erkennbar. Dies hat Auswirkungen auf die Position und
Intensität der Schneeschauer.

Das Sturmtief am Freitag wird von allen anderen numerischen Modellen simuliert.
AIFS berechnet allerdings nur eine flache Welle über Süddeutschland. Auch andere
KI-Modelle wie Pangu-Weather und ForeCastNet haben das Sturmtief nur angedeutet.


Die Rückseite am Samstag wird dann wieder von allen Modellen berechnet.
Allerdings rechnen vor allem die KI-Modelle bereits für Sonntag mit einem
erneuten Westdurchbruch.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen zeigen am Freitag eine deutlichere Streuung bei den 850
hPa-Temperaturen, besonders im Norden und Nordosten. Der Hauptlauf ist hier
einer der wärmeren Varianten. Nach Durchsicht aller Pertubationen ziegen sowohl
im IFS und auch im GFS der überwiegende Anteil eine Sturmtieflösung. Dennoch
zeigen einige Member auch die Wellenlösung, die von den AI-Modellen favorisiert
wird.

Auch die Rückseite mit erneuter arktischer Kaltluft wird von den Ensembles
unterstützt. Danach machen die neuen IFS-ENS einen deutlichen Sprung nach oben
im Vergleich zu den ENS der vergangen Tage. Dabei treten vermehrt
Niederschlagssignale. Die Westwetterlage wird dann in der erweiterten
Mittelfrist dann auch von nahezu allen Clustern simuliert. Nur ein Cluster mit 4
Mitgliedern zeigt eine erneutes Aufbauen des Atlantikblocks. Allerdings soll in
allen Clustern die positive Geopotenzialanomalie über Grönland und den
nördlichen Nordmeer erhalten bleiben sodass südliche Zugbahnen der
Tiefdruckgebiet forciert werden könnten und wir zumindest Zeitweise in die
Kaltluft auf Tiefrückseiten gelangen können. Auch die Sub-Saisonale Vorhersage
des IFS reagiert auf diesen Trend mit einer wahrscheinlichen positiven
Temperaturabweichung über West-Mittel- und Südeuropa.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Sturmtiefentwicklung mit Milderung im
Süden und in der Mitte wahrscheinlich, aber noch nicht sicher ist. Die
Wellenlösung ist auch auf Grund der langen Vorhersagedauer noch nicht vom Tisch.


Danach gibt es sehr Wahrscheinlich eine Rückseite am Wochenende mit nochmals
winterlichem Wetter.

Der Übergang in eine Westwetterlage zu Beginn der nächsten Woche gilt nun als
das wahrscheinlichste Szenario.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Je nach Zugbahn des Sturmtiefs sind (schwere) Sturmböen und im Bergland
orkanartige Böen wahrscheinlich. Die Entwicklung eines Orkantiefs mit verbreitet
orkanartigen Böen im Tiefland gilt hingegen als unwahrscheinlich.

In der Nacht zum Freitag und am Freitag kann es mit der Warmfront zu
gefrierendem Regen kommen. Allerdings wird in fast allen Modellen eine rasche
Durchmischung berechnet.

Je nach Zugbahn und Intensität sind an der Nordostflanke des Sturmtiefs am
Freitag kräftige Schneefälle mit Verwehungen bis in den Unwetterbereich möglich.


Auf der Tiefrückseite sind am Samstag vorwiegend in den Nordstaulagen einiger
Mittelgebirge markante Schneemengen möglich. Des Weiteren besteht die Gefahr von
Graupelgewittern mit Sturmböen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, ICON, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold


Quelle: Deutscher Wetterdienst