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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 031800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 03.01.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Arktische Meeresluft sorgt für Winterwetter mit teils kräftigen Schneeschauern,
Graupelgewittern, örtlich Schneeverwehungen, teils strengem Frost und anfangs
noch gebietsweise Sturm. Allmähliche Wetterberuhigung.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... hat ein Langwellentrog mit einem ausgedehnten Gebiet höhenkalter
Luft ganz Nordeuropa und weite Teile Mitteleuropas im Griff.
Niedertroposphärische Kaltluft ist dabei in großen Teilen Europas recht weit
südlich vorgedrungen, so dass die maritime Polarluft mP und die maritime
arktische Polarluft mA das Wetter bestimmen.
Ein kräftiges Hoch liegt dabei im Raum Island/Grönland (Jasmin) und sorgt
zusammen mit Zentraltief Tizian über der Ostsee für eine breite Nordströmung
über dem Nordmeer und der Nordsee, so dass die Kaltluftzufuhr nach Deutschland
(wenn auch über die "warmen" Seegebiete anhält.
Ein weiteres hochreichendes Tief liegt südwestlich der Iberischen Halbinsel und
lenkt mildere Luft aus Nordafrika in den südlichen Mittelmeerraum, so dass die
Kaltluft nicht weiter südwärts vorandringen kann. Zusammen mit einem Hoch über
dem südöstlichen Mittelmeerraum ist ein klassisches Viererdruckfeld entstand, so
dass im nördlichen Mittelmeerraum eine recht markante Luftmassengrenze entsteht,
die uns aber zunächst nicht tangiert.
Bei uns hat die arktische Kaltluft alles für eine winterliche Witterungsperiode
bereitet. Über der Mitte des Landes liegt die Höhenkaltluft mit -36 bis -41°C in
500 hPa, in 850 hPa messen wir meistens -8 bis -10°C. Noch ist die Luftmasse
maritimen Ursprungs unten recht warm und auch durch den Wind gut durchmischt, so
dass es heute tagsüber teils noch leichte Plusgrade gab. Wiederholte
Schneeschauer haben zumindest in Teilen des Landes eine ordentliche Schneedecke
hinterlassen, in den Mittelgebirgen und in den Alpen liegt aber für die
Jahreszeit eher wenig Schnee, von einigen kleinen Gebieten abgesehen. Im
Flachland liegt in den meisten Regionen nur ein Hauch von Schnee, was in den
nächsten Tagen noch eine Rolle spielen wird, wenn die Zufuhr der Kaltluft
nachlässt und der Winter zunehmend von der vor Ort produzierten Kälte abhängt.
Am Rande von Tizian liegt heute Abend ein kleines, aber giftiges Randtief im
Bereich Schleswig-Holsteins, das an seiner Westflanke ein markantes Windfeld
aufweist, so dass insbesondere im Bereich der Ostfriesischen Inseln schwere
Sturmböen, exponiert auch orkanartige Böen aus Nord auftreten. Ansonsten liegt
über weiten Landesteilen noch ein mäßiger Druckgradient, so dass der meist
südwestliche Wind überwiegend noch mäßig mit frischen bis starken Böen weht. Vor
allem über der östlichen Mitte gibt es auch noch einige steife Böen.
In der labilen Luftmasse kristallisieren sich drei etwas organisierte
Schneefallgebiete heraus. Ein schwaches entlang der Donau, ein sich
abschwächendes an einem sich auflösenden Bodentrog im Raum Berlin und ein
drittes, das an das kleine Tief über Schleswig-Holstein gekoppelt ist. Vor allem
in Seenähe sind auch einzelne Gewitter nicht ganz ausgeschlossen.
Trocken bei überwiegend klarem Himmel ist es dagegen noch - bei auch stabiler
Schichtung - ganz im Südosten.
In der Nacht zum Sonntag zieht das kleine Bodentief über Mecklenburg-Vorpommern
ostwärts, sein Kern löst sich aber allmählich auf, so dass am Ende ein markanter
Bodentrog nach Osten Richtung Polen durchschwenkt. Dabei schwenkt ebenso ein
kräftiges Windfeld nach Osten durch, ausgehend von Ostfriesland, über die
Altmark hinweg bis nach Brandenburg. Dort muss recht verbreitet mit steifen Böen
gerechnet werden, teils auch mit stürmischen Böen. Da es in diesem Bereich teils
auch ordentlich geschneit hat, muss auch mit Schneeverwehungen gerechnet werden.
Ansonsten schwächt sich der Wind allgemein etwas ab. Steife bis stürmische Böen
treten noch in höheren Lagen des zentralen und östlichen Berglandes auf. Auf dem
Brocken und Fichtelberg gibt es in der Nacht noch (schwere) Sturmböen. Und in
der zweiten Nachthälfte, nach Durchschwenken des Bodentroges, lebt der Wind an
der Ostseeküste noch einmal mit steifen Böen aus West auf.
Insbesondere im Bereich des durchschwenkenden Randtiefs kann es etwas kräftiger
schneien, dort sind teils bis 5 cm Neuschnee möglich. Örtlich etwas mehr kann es
sogar im Ostseeumfeld und in sich an den westlichen Mittelgebirgen anstauenden
Schauerstraßen sein, wo örtlich auch noch einmal bis zu 10 cm Neuschnee in
wenigen Stunden nicht ausgeschlossen sind. Das südlichste Schneefallgebiet kann
sich an den Alpen anstauen und im Allgäu bis zu 5 cm Neuschnee bringen.
Ansonsten gibt es meist nur leichte Schneeschauer, bzw. teils bleibt es auch
trocken. Mit etwas Glätte ist überall zu rechnen.
Die Temperaturen sinken verbreitet in den leichten Frostbereich. Mäßigen Frost
kann es über den Schneeflächen des Nordens geben, wenn das Randtief durchgezogen
ist und der Wind nachlässt. Auch ganz im Süden, wo es nur zeitweise bewölkt ist,
geht es in den mäßigen Frostbereich. An den Alpen kann es über dem frischen
Schnee auch strengen Frost geben.
Am Sonntag ... schwenkt ein kurzwelliger Teil des Langwellentroges nach Osten,
was zur Folge hat, dass über dem Süden des Landes das Geopotential steigt und
die Höhenkaltluft abzieht und damit die Schichtung stabiler wird. In der Folge
schiebt sich von Westen her allmählich ein schwacher Hochkeil in den Süden des
Landes. Das Zentraltief über der Ostsee füllt sich langsam auf, was
Gradientabnahme über unserem Land zur Folge hat. Etwas böiger weht der Wind
immer noch in der Mitte des Landes, wo in höheren Lagen des Berglandes noch
steife Böen auftreten, in mittleren Lagen zumindest noch starke Böen, so dass es
dort zumindest noch zu leichten Schneeverwehungen kommen kann. Selbst auf dem
Brocken und Fichtelberg werden nur noch stürmische Böen erwartet. In der Nähe
des Tiefkerns über der Ostsee ist der Gradient generell noch stärker, so dass es
an der Ostseeküste Vorpommern noch steife Böen aus West gibt, rund um Kap Arkona
auch noch stürmische Böen. Ansonsten weht der Wind meist nur noch schwach bis
mäßig aus Südwest.
Im äußersten Süden wird es unter dem Hochkeil sonnig. Ansonsten bleibt es bei
Schauerbewölkung und es kommt weiterhin zu Schneeschauern. Diese fallen
größtenteils recht schwach aus und bringen meist weniger als 2 cm Neuschnee.
Lediglich über der Mitte soll es noch einen Streifen mit stärkerer
Schaueraktivität geben, wo noch einmal stellenweise bis 5 cm Neuschnee möglich
sind. Dort kann es in den Weststaulagen vereinzelt sogar noch einmal bis zu 10
cm Neuschnee geben. Dort in der Mitte sind auch die Sonnenanteile am geringsten,
während ansonsten durchaus mal die Sonne zwischen den Schauern durchblitzt. À
propos: Blitze kann es vor allem im Nordseeumfeld auch weiterhin geben, wo die
Kombination von nach wie vor -40°C in 500 hPa und 8°C "warmem" Wasser für
reichlich Labilität sorgt. Dann kann auch mal Graupel mit von der Partie sein,
die Böen fallen aber am Sonntag schwächer aus als bisher, da auch der
niedertroposphärische Wind langsam schwächer wird.
Die Luftmasse in der unteren Troposphäre weist in 850 hPa nach wie vor
Temperaturen zwischen -8 und -10°C auf, die Temperatur in 2 m dürfte aber
regional etwas niedriger ausfallen als heute, da mit Abnahme des Windes die
Durchmischung abnimmt und wir insbesondere über den Schneeflächen teils recht
kalt aus der Nacht kommen. So kann es abseits des Berglandes auch im Norden
gebietsweise leichten Dauerfrost geben. Meist liegen die Höchstwerte aber noch
zwischen 0 und +2°C, milder wird es nur noch an der Nordsee.
In der Nacht zum Montag stößt am Westrand unseres Langwellentroges ein neuer
Randtrog südwärts, der frische Höhenkaltluft in den Bereich der Nordsee bringt.
Der Norden bleibt dabei unter dem Einfluss der Höhenkaltluft in labiler
Schichtung, während sich vom Süden zur Mitte die Schichtung weiter stabilisiert.
Mit dem neuen Trogvorstoß wird die Entwicklung eines schwachen Bodentiefs über
der Nordsee getriggert, während sich im Süden der Hochdruckeinfluss noch etwas
ausweitet. Die immer weniger werdenden Schneeschauer ziehen sich in den Norden
zurück und bringen vereinzelt noch etwas Schnee. Über der Nordsee treten mehr
und stärkere Schauer auf, dort reicht es auch weiterhin zu Gewittern. Da
allerdings keine ausgeprägte landwärts gerichtete Windkomponente mehr besteht,
fällt allenfalls auf den Inseln mal etwas mehr Schnee. Größere
Wolkenauflockerungen setzen sich vom Süden bis teils in die Mitte hinein durch,
teils gibt es aber auch noch Wolkenfelder.
Der meist südwestliche Wind schwächt sich weiter ab, bleibt aber im Norden noch
spürbar, im Süden schläft er dagegen fast komplett ein. Damit gewinnen die
Strahlungsprozesse die Oberhand und können - mit Hilfe der teils vorhandenen
Schneedecke - die Temperaturen in den Keller sacken lassen. So kann es bei
länger klarem Himmel über Süddeutschland verbreitet strengen Frost geben, über
den dickeren Schneedecken in den Alpen sind auch Tiefstwerte zwischen -15 und
-20°C vorstellbar. Mäßigen Frost gibt es in den teilbewölkten Regionen über der
Mitte Deutschlands und über dem Schnee im Norden. Milder mit meist nur -2 bis
-5°C bleibt es in bewölkten und schneearmen Regionen des Nordens. Frostfrei
bleibt es nur noch auf den Inseln. In einzelnen Niederungen kann es auch mal
neblig werden, insgesamt dürfte aber der Nebel nicht die große Rolle spielen. Im
Norden ist es dazu sowieso noch zu windig.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Der Montag ... ist weiter von winterlichem Wetter geprägt, wobei die Achse des
Langwellentroges mit der frischen Höhenkaltluft etwas weiter nach Südosten nach
Deutschland hinein gelangt. Damit kommen auch die Schneeschauer wieder etwas
südwärts voran, fallen aber insgesamt nur noch schwach aus. Insgesamt ist das
Winterwetter im Vergleich zu den Vortagen ziemlich ruhig. Ausführlicher wurde
der Montag in der Frühübersicht beschrieben.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die synoptische Entwicklung wird von den vorliegenden Modellen sehr ähnlich
gesehen. Es gibt leichte Unterschiede bezüglich der Lage und Stärke der
kräftigsten Schneeschauer vor allem in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag.
Wenig überraschend ist, dass die konvektionserlaubenden Modelle etwas stärkere
Niederschlagsspitzen im Angebot haben. Dieser Tatsache wurde in den oben
beschrieben Neuschneehöhen Rechnung getragen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 03.01.2026 um 10.30 UTC
Winterlich, teils strenger Frost, zeit- und gebietsweise Schneefälle. Zum Ende
der Woche möglicher Durchzug eines (Sturm-)Tiefs und Milderung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 10.01.2026
Fazit vorweg: Es bleibt zunächst winterlich mit Dauerfrost, teils strengem Frost
und zeit- und gebietsweisen Schneefällen. Zum Ende der Woche wird es milder. Ob,
wann und wo dann ein Tief (oder gar Sturmtief) über uns hinweg zieht, ist
unsicher.
Mit obigem Fazit ist eigentlich alles gesagt. Die Modelle gehen in ihren
Prognosen weit auseinander. Auch zwischen den einzelnen Modelläufen gibt es
große Unterschiede. Vor allem das Sturmtief am Ende der Woche bereitet
Schwierigkeiten: Lage, Timing und Intensität sind unsicher.
Wagen wir uns dennoch an einen Darstellungsversuch der Details anhand des
aktuellen IFS-Laufs.
Der erste Tag der Mittelfrist (Dienstag) wartet mit steigendem Luftdruck am
Boden aus Süden auf. Über weiten Teilen Nordeuropas erstreckt sich eine
Tiefdruckzone, die mit kleinen Ablegern auch Dänemark und den äußersten Norden
Deutschlands erfasst. In der Höhe reicht ein Trog von Nordskandinavien bis nach
Spanien, dessen Achse sich im Tagesverlauf langsam ostwärts über uns schiebt. Er
ist gefüllt mit Kaltluft, die aber recht trocken und daher wetterunwirksam ist.
Lediglich im Norden, rund um das kleinräumige Tief über Schleswig-Holstein und
Dänemark, kommt es zu Schneefällen, die schauerartig sein können und vielleicht
auch noch Bitz und Donner hervorbringen. Im übrigen Bundesgebiet ist es
weitgehend niederschlagsfrei, gebietsweise schaut auch die Sonne hervor. Hier
und da lässt sich allerdings etwas Schneegriesel aus tiefen Wolken nicht ganz
ausschließen. Tagsüber gibt es meist Dauerfrost, nur im äußersten Westen und
Norden ist es mit bis +1 Grad knapp frostfrei. Je klarer der Himmel, umso kälter
die Nächte: Im Süden sowie im Bergland droht in der Nacht zum Mittwoch strenger
Frost unter -10 Grad, am wärmsten ist es direkt an der Nordsee mit Minima knapp
unter 0 Grad. Dazwischen muss man sich warm anziehen bei -3 bis -10 Grad.
Das Sahnestück der Woche für alle Sonnenfetischisten ist der Mittwoch.
Rückseitig der Trogachse lockern die Wolken unter Hochdruckeinfluss gut auf.
Leider hält die Sonnenfreude im Westen und Nordwesten nicht allzulang, denn auf
der Vorderseite eines Tiefs über der Nordsee wird schon wieder feuchte und somit
wolkenreiche Luft ins Land geführt. Da die Temperatur trotz Südwestwind keine
großen Sprünge macht (-5 Grad in 850 hPa im Westen) fällt in genannten Gebieten
Schnee. Aber für einige ist ja auch das eine Freude. In der Nacht zum Donnerstag
verlagert sich das Schneefallgebiet langsam südostwärts, bringt aber
voraussichtlich nur wenige Zentimeter, wenn überhaupt. Aus dem Dauerfrost kommen
wir nur lokal heraus, in den meisten Regionen liegen die Maxima unter -2 Grad.
In der Nacht liegen die Minima meist unter -6, im Süden weiterhin unter -10
Grad.
Am Donnerstag selbst greift von Westen her eine Warmfront auf uns über. Sie
gehört zum Tief über der Nordsee oder einem Tief bei den Britischen Inseln (ich
hatte geschrieben es ist unsicher!). In 850 hPa steigt die Temperatur bis zum
Abend auf -1 Grad im Westen und -6 Grad im Osten. Der Dauerfrost endet in den
westlichen Regionen, der Osten friert weiter. Die Nacht zum Freitag ist aber
schon weniger kalt. Wie bei Warmfronten so üblich, macht sich allerdings
Niederschlag breit und das meist in Form von Schnee oder Schneeregen mit
entsprechender Glätte.
In der Nacht zum Freitag formiert sich aus dem Tiefdruckkonglomerat zwischen
Irland und Südnorwegen ein kräftiges Tiefdruckgebiet, dessen Zentrum über dem
Süden Großbritanniens gerechnet wird. Es zieht nach aktuellem IFS-Lauf in
affenartiger Geschwindigkeit (knapp 700 km in 12 Stunden) ostwärts und in der
zweiten Tageshälfte des Freitags über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. In der
Nacht zum Samstag liegt es bereits über Polen. Der Kerndruck soll bei etwa 977
hPa liegen. Der Druckgradient beträgt bis zu 20 hPa auf 300 km. Vorderseitig des
Tiefs wird warme (+3 Grad in 850 hPa), rückseitig wieder kältere (-5 Grad in 850
hPa) Luft zu uns geführt. In den meiste Regionen endet nun der Dauerfrost. Der
Freitag eignet sich nach IFS (und auch UK10) zum zu Hause bleiben. Es schneit,
regnet, friert und am Südrand des Tiefs wird es stellenweise stürmisch. Anders
sieht es bei ICON und GFS aus. Da wird das Tief südwärts abgelenkt Richtung
Frankreich (ICON) oder spaltet sich in einen Dipol mit Zentrum über dem
Nordatlantik (GFS). Niederschlag und Wind kommen deutlich abgeschwächt und
später (Samstag) zu uns.
Der Samstag bietet nach IFS noch Reste des nur langsam weiter ostwärts ziehenden
Tiefs, aber aus Südwesten auch langsam steigendes Geopotenzial, das in der Nacht
bereits seinen Zenit wieder überschreitet. Am Sonntag folgt aus Westen die
nächste Warmfront eines Tiefs, das sich vom Atlantik zu den Britischen Inseln
verlagert. Dann steigt die Temperatur wieder etwas an, nur um am Montag mit der
nachfolgenden Kaltfront wieder zurückzugehen. Dauerfrost ist kein Thema mehr, im
Westen und Südwesten wird es mit über +5 Grad tagsüber sogar vergleichsweise
mild. Nur in den Nächten gibt es leichten, stellenweise auch mäßigen Frost.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz zwischen den IFS-Läufen beschränkt sich auf die Veränderung des
Wetters. Es wird nach Wochenmitte weniger kalt und zum Ende der Woche zieht ein
Sturmtief aus Westen herein. Wie stark die Milderung ist und wo das Tief lang
zieht, ist jedoch offen. Auch die Verteilung möglicher Niederschläge ist nicht
eindeutig. Hinter dem Tief soll sich nach aktuellem Trend vorübergehend wieder
kalte Luft durchsetzen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Im Vergleich mit anderen Modellen ergibt sich keine größere Konsistenz. GFS und
ICON lassen die Milderung deutlich geringer ausfallen und später eintreten. Ein
(Sturm-)Tief Ende der Woche sehen alle, allerdings ist nicht klar, ob und wann
das Tief über uns hinweg zieht.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse bietet im ersten Zeitschritt keine Überraschung.
Zeitschritt zwei (Donnerstag bis Samstag) bietet drei Lösungen mit mehrheitlich
NAO negativem Wetterregime in Cluster eins (enthält auch Haupt- und
Kontrolllauf) und zwei. Cluster drei (immerhin noch 11 Member) schwenkt von
atlantischem Rücken (Donnerstag) auf NAO+ (Freitag) und NAO- (Samstag) und
simuliert bei uns einen, wenn auch flachen, Rücken. Damit wird das (Sturm-)Tief
weiter nördlich ostwärts geführt und beeinflusst uns (zunächst) nur peripher.
Zeitschritt drei (Sonntag bis Dienstag) liefert wieder zwei Lösungen, wobei die
erste der Beschreibung im Haupttext entspricht. Die zweite Lösung hingegen
simuliert bei atlantischem Rücken eine Trogentwicklung über Mitteleuropa,
ausgehend vom Tief über Südskandinavien.
Sicherheit liefern die Ensembles nur dahingehend, dass es temperaturtechnisch
eher winterlich bleibt und Richtung Wochenende auch wieder mehr Niederschläge
gibt. Wann und wo genau bleibt offen. Die Wind-Ensembles liefern
Modellübergreifend zum Ende der Woche einen leichten Anstieg im Süden
Deutschlands, nach großer Sturmlage sieht es aber eher nicht aus.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI liefert Signale für unterdurchschnittlich temperiertes Wetter.
Allerdings springt der SOT nicht an. Es ist zwar kalt, aber von extrem doch noch
entfernt.
Sonst gibt es keine Signale für ungewöhnliches Wetter, auch der Wind an den
Küsten erzeugt keine Ausschläge. Ob und inwiefern das im IFS-Hauptlauf
prognostizierte Sturmtief am Freitag daran etwas ändern könnte, bleibt
abzuwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Quelle: Deutscher Wetterdienst
