Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Freitag, 02. Januar 2026 • 20:26:14 (UTC+1)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 021800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 02.01.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Unbeständig und kalt; kommende Nacht und am Samstag in einigen Staulagen (v.a.
Oberallgäu) markante Neuschneemengen, am Samstag tagsüber kleinräumig auch im
Norden. In Hochlagen Schneeverwehungen.
In den Hochlagen (schwere) Sturmböen, an den Küsten zumindest vorübergehend
stürmische Böen, an der ostfriesischen Küste auch Sturmböen.
In der Nacht zum Sonntag ganz im Süden vermehrt strenger Frost.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
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Aktuell ... befindet sich das Vorhersagegebiet an der Südwestflanke eines
umfangreichen Langwellentroges, der weite Teile Nord-, Nordost- und
Mitteleuropas überdeckt. An dessen Westflanke stößt über das Nordmeer eine
hochreichend sehr kalte Luftmasse arktischen Ursprungs nach Süden, zunehmend
auch Richtung Mitteleuropa, vor. Die 500 hPa-Temperatur ist inzwischen bis zur
nördlichen Nordsee auf -40 Grad abgesunken, weiter nördlich, über dem Nordmeer
und Nordskandinavien gar auf unter -45 Grad, wobei die -40 Grad-Isotherme bis
Samstagfrüh zur Deutschen Bucht erreicht.
In 850 hPa sinkt die Temperatur derweil auf etwa -8 Grad, im Nordosten bis
Samstagfrüh auf unter -10 Grad, so dass die Luftmasse quasi landesweit
(abgesehen vom äußersten Südwesten) hochreichend labil geschichtet ist, vor
allem aber über den noch relativ warmen Küstengewässern.
Entsprechend ziehen vielerorts, meist angeordnet in Staffeln, konvektiv
durchsetzte Niederschläge über das Vorhersagegebiet hinweg ostsüdostwärts, die
überwiegend bis in tiefe Lagen als Schnee, im Nordwesten, vor allem an den
Küsten, auch als Schneeregen fallen. Gekoppelt sind diese Schauerstaffeln an
kleinräumige Troganteile, die zudem noch von mehr oder weniger scharf
konturierten Bodentrögen begleitet werden. Das zentralsteuernde Bodentief
"TIZIAN" über dem Raum Gotland bewegt sich derweil die Nacht über hinweg kaum
von Ort uns Stelle und füllt sich zudem nur wenig auf. Insgesamt bleibt an
dessen Südwestflanke somit auch nicht nur in der kommenden Nacht, sondern auch
morgen noch über Teilen des Vorhersagegebietes ein recht veritabler Gradient
aufrecht, wenngleich sich der aktuell noch vielerorts lebhafte Südwest- bis
Nordwestwind (Böen Bft 6 bis 8 in den Niederungen, auf den Bergen und an Bft 8
bis 10, exponiert Bft 11) außerhalb der erwähnten Bodentröge insgesamt doch mehr
und mehr abschwächt.
Aktuell und in den kommenden Stunden stehen im Vorhersagegebiet vor allem zwei
Randtrogentwicklungen im Fokus:
Nr. 1 ist ein recht markanter Kurzwellentrog mit Drehzentrum in etwa über
Südschweden, dessen Trogachse im Laufe der ersten Nachthälfte den Norden, die
Mitte und den Osten des Landes rasch ostsüdostwärts überquert. Vorderseitig hat
sich ein langgestrecktes, vom belgisch-niederländischen Grenzgebiet über das
südliche NRW und Nordhessen und dann in einem Bogen nach Nordosten, bis nach
Vorpommern reichendes konvektiv durchsetztes Niederschlagsband etabliert, das in
den kommenden Stunden unter Abschwächung rasch ostwärts vorankommt. Dabei fällt
überwiegend bis in tiefe Lagen Schnee und innerhalb kurzer Zeit können einige
Zentimeter, im Stau der dortigen Mittelgebirge bis 5 cm. Im Laufe der kommenden
Stunden verlieren die Schneefälle aber alsbald an Intensität und sind nicht mehr
nennenswert.
Mit der Trogachse haben etwas abgesetzt im Einflussbereich der höhenkältesten
Luftmasse bereits teils recht kräftige Schnee- und Graupelschauer, im
Nordseeumfeld auch Schneeregenschauer auf den Nordwesten übergegriffen. Auf den
Ostfriesischen Inseln gab es mit Trogpassage sogar einzelne schwere Sturmböen,
an vereinzelten, exponiert gelegenen Stationen sogar orkanartige Böen. Auch
diese Schauer ziehen im Laufe der Nacht rasch über die Mitte hinweg ostwärts,
schwächen sich zwar ab, insbesondere im Stau des Harzes können aber örtlich mehr
als 5 cm zusammenkommen. Einzelne kurze Gewitter können nach wie vor mit von der
Partie sein, insbesondere im Nordseeumfeld, aber durchaus auch mal weiter
landeinwärts.
Der Randtrog Nr. 2 ist deutlich flacher konturiert und verlagert sich im Laufe
der Nacht von Frankreich her über Süddeutschland hinweg ostwärts. Vorderseitig
zieht aktuell ein vom Saarland über die Südpfalz bis zur Oberpfalz reichendes
Schauerband allmählich südostwärts und erreicht bereits am späteren Abend die
Alpen. Vor allem im Weststau des Schwarzwaldes, dann aber im Oberallgäu können
bis Samstagfrüh bzw. -vormittag durchaus auch mal mehr als 10 cm fallen, in
Staulagen des Oberallgäus sogar bis über 20 cm, ansonsten kommen meist nur 1 bis
5 cm, gebietsweise etwas mehr zusammen.
Wie bereits angedeutet, lässt der Wind vor allem in den Niederungen bzw. im
Binnenland im Laufe der Nacht langsam nach, vor allem nach Osten zu kann es aber
weiterhin steife Böen aus West bis Nordwest geben. An den Küsten muss zunächst
noch an der Nordsee, später dann vor allem an der Ostsee mit stürmischen Böen,
exponiert Sturmböen gerechnet werden, die an der vorpommerschen Küste erst in
den Frühstunden abklingen. In den Kamm- und Gipfellagen vieler Mittelgebirge
gibt es weiterhin stürmische Böen bzw. Sturmböen, exponiert auch schwere
Sturmböen, entsprechend kann es in einigen Hochlagen auch Schneeverwehungen
geben.
In den Frühstunden greift dann ein weiterer Randtrog - nun mit 500
hPa-Temperaturen nahe -40 Grad im Gepäck - auf die Nordsee über. Nach kurzer
Wetterberuhigung lebt vorderseitig im Laufe der zweiten Nachthälfte im Westen
und Nordwesten dann die Schauertätigkeit wieder auf. Erneut können kleinräumig
mal 1 bis 5 cm in kurzer Zeit zusammenkommen und auch der Wind frischt
insbesondere vom Emsland bis nach Ostwestfalen in den Frühstunden wieder mit
Böen Bft 7 aus West auf.
Auch in den Regionen, wo es weitgehend trocken bleibt, kann es gebietsweise
Glätte durch Überfrieren von Nässe geben. Denn mit Nachtfrost ist fast überall
zu rechnen, außer vielleicht an der Nordsee sowie in einigen Ballungszentren
Westdeutschlands. Im Bergland, aber auch in teilen von Schleswig-Holstein bis
ins nördliche Niedersachsen, wo zwischen den Trögen der Wind einschläft und es
auch mal aufklart, ist mit mäßigem Frost zu rechnen.

Samstag ... kommt der nur noch flache Randtrog von der Nordsee her über dem
Norden bzw. über der Mitte des Landes rasch ostsüdostwärts voran. Vorderseitig
kommt auch etwas mitteltroposphärische WLA ins Spiel, wodurch die dynamischen
Hebungsprozesse noch etwas verstärkt werden. Die Folge sind recht kräftige,
teilweise auch über einige Stunden anhaltende Schneefälle an der Nordflanke
eines flachen Bodentroges irgendwo über Norddeutschland. Die aktuellen Läufe von
ICON-EU und ICON-D2 lassen diese in den Frühstunden bereits auf den Bereich rund
um die Elbmündung auf das Festland übergreifen und dann rasch über den Hamburger
Raum bzw. das nördliche und östliche Niedersachsen und Teile von Sachsen-Anhalt
bis nach Brandenburg bzw. Vorpommern vorankommen. Vor allem zwischen 06 und 12
UTC werden gebietsweise mehr als 10 l/m², kleinräumig sogar über 15 l/m²
simuliert, die durch die Bank weg als Schnee fallen dürften, zumal der Wind an
der Nordflanke dieses flachen Bodentroges im Bereich der intensivsten
Niederschläge mehr oder weniger einschläft und somit die Durchmischung fehlt.
Sollte sich das bewahrheiten, würden sogar die Unwetterschwellen bzgl.
Neuschneemengen (über 10 cm in 6 Stunden) knapp überschritten werden. Bzgl. der
räumlichen Verteilung im Detail gibt es aber von Modell zu Modelle bzw. von Lauf
zu Lauf noch größere Differenzen. Womöglich bietet sich zunächst einmal eine
etwas gröber gefasste markante Warnung an.
Mit dem Trog greift die -40 Grad-Isotherme in 500 hPa bis zu den Abendstunden
noch in etwa auf die nördliche Mitte über, die Luftmasse ist somit auch in den
mittleren Landesteilen nach wie vor hochreichend labil geschichtet (T850 hPa -6
bis -10 Grad). Somit greifen die Schnee- und Graupelschauer sowie kurze Gewitter
entsprechend weit nach Süden aus und erfassen abgeschwächt vielleicht noch das
nördliche BaWü und Nordbayern. Allerdings kommen in den Regionen weiterhin nur
geringe Neuschneemengen zusammen, am ehesten können mal in irgendwelchen
Staulagen um 5 cm fallen oder etwas mehr.
Trocken bleibt es dagegen im Südosten, aber auch ganz im Nordosten, wo die an
den Bodentrog gekoppelten Niederschläge nicht mehr hinreichen. In den Regionen
setzt sich auch länger die Sonne durch.
Von Warnrelevanz ist erneut der Wind, der an der Südflanke des Bodentroges
insbesondere in den mittleren Landesteilen von der Mitte nach Osten zu
auffrischt. Vielerorts gibt es dort steife, in den Kamm- und Gipfellagen
stürmische Böen, exponiert Sturmböen aus Südwest bis West, in einigen Hochlagen
ist mit Schneeverwehungen zu rechnen.
Interessant wird es dann nochmals mit einem kleinen, aber knackigen
Kurzwellentrog, der abends Dänemark und die Deutsche Bucht erreicht.
Vorderseitig entwickelt sich über dem warmen Nordseewasser ein markanter
Bodentrog, ja, fast schon ein kleinräumiges Sturmtief, das abends irgendwo im
Bereich der Deutschen Bucht vor Anker geht mit einem Kerndruck von unter 995
hPa. Zugbahn und Intensität dieses Tiefs sind im Detail noch unklar; es gibt
aber durchaus Modellsimulationen, die zum Abend hin die Ostfriesischen Inseln,
zumindest die westlichen, in dessen Sturmfeld an der Westflanke geraten lassen.
ICON-EU und I-D2 simulieren dann recht unisono von Borkum bis Norderney sogar
orkanartige Böen aus Nordwest bis Nord.
Dazu verstärken sich in der Peripherie des Tiefs erneut die schauerartigen
Niederschläge - an der Nordsee bei auflandigem Wind teils Regen/Schneeregen,
sonst Schnee. Örtlich können dann von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein
auch mehr als 5 cm in kurzer Zeit fallen.
Das Temperaturniveau geht allgemein noch etwas zurück. In Teilen Nord- und
Nordostdeutschlands sowie generell oberhalb von 400 bis 600 m gibt es leichten
Dauerfrost.

In der Nacht zum Sonntag zieht der Bodentrog mit teils kräftigen Schnee- und
Graupelschauern sowie auch einzelnen kurzen Gewittern im Gepäck über Nord- und
Ostdeutschland hinweg ostsüdostwärts. Erneut können kleinräumig mehr als 5 cm
Neuschnee in kurzer Zeit zusammenkommen, meist sind es aber nir wenige
Zentimeter. Mit Trogpassage verlagert sich das Sturmfeld von der Ostfriesischen
Küste landeinwärts über die Norddeutsche Tiefebene hinweg ostwärts; zwar
schwächt sich der Wind landeinwärts deutlich ab, dennoch reicht es bis in die
nördliche Mitte und in weite Teile der Osthälfte für steife, von Niedersachsen
bis nach Brandenburg auch für einzelne stürmische Böen, in den Hochlagen für
Sturm- bzw. schwere Sturmböen aus West, später Nordwest. Nach Abzug des Troges
flaut der Wind dann aber rasch ab und es gibt lediglich an den Küsten noch
steife, vereinzelt stürmische Böen aus Nordwest.
Wettertechnisch ruhiger zur Sache dagegen geht es in Süddeutschland. Dorthin
schiebt sich von Frankreich her ein flacher Bodenhochkeil. Im nördlichen BaWü
und in Nordbayern kann es noch für ein paar schlappe Schneeschauer reichen,
weiter südlich bleibt es aber trocken und vor allem von Südbaden bis zum
Alpenvorland klart der Himmel teilweise auf. Dort kann es dann gebietsweise
strengen Frost geben. Auch sonst gibt es verbreitet leichten, im Bergland
mäßigen Frost. Durch Skandenföhn kann sich eventuell im Laufe der Nacht ein über
Schleswig-Holstein bis ins nordöstliche Niedersachsen bzw. ins nördliche
Sachsen-Anhalt reichendes wolkenfreies Gebiet etablieren. Auch dort kann dann
insbesondere über Schnee strenger Frost nicht ausgeschlossen werden.


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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Sonntag ... ist den Ausführungen in der Frühübersicht nichts Wesentliches mehr
hinzuzufügen.
Die Südhälfte gerät mehr und mehr unter Zwischenhocheinfluss und vielerorts
setzt sich die Sonne durch bei maximal nur noch zarten Plusgraden in den
Niederungen und Dauerfrost im Bergland bzw. höheren Alpenvorland.
Auch in der Mitte und im Norden verringern sich Anzahl und Intensität der
Schnee- und Graupelschauer, so dass es nur in einigen Weststaulagen noch für
nennenswerten Neuschnee reicht. Der westliche Wind frischt zwar immer mal wieder
böig auf, ist aber in den Niederungen nur noch selten warnrelevant, in einigen
Gipfellagen reicht es noch für stürmische Böen.
An den Temperaturen ändert sich nur wenig; im Nordosten gibt es vielerorts
leichten Dauerfrost, ebenso in Lagen oberhalb von etwa 400 bis 600 m. Am Rhein
und an der Nordsee können etwa 3 bis 4 Grad erreicht werden.
In der Nacht zum Montag gibt es vor allem vom Schwarzwald bis zum Bayerischen
Wald und weiter südlich verbreitet strengen Frost.


Modellvergleich und -einschätzung
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Wie bereits im Text ausführlicher aufgeführt - die räumliche Verteilung und
Intensität der überwiegend als Schnee fallenden Niederschläge ist noch unklar,
insbesondere auch am morgigen Samstag in Norddeutschland, wo diese Differenzen
durchaus warnrelevant sind. Darauf kann aber eigentlich nur im Nowcast reagiert
werden. Dennoch bietet sich für Teile der Norddeutschen Tiefebene eventuell eine
etwas großflächiger konzipierte Warnung vor markanten Neuschneemengen an.
Ebenso unklar ist noch die Intensität des kleinräumigen Bodentiefs über der
Deutschen Bucht am Samstagabend und dessen Zugbahn im Detail in der Nacht zum
Sonntag. GFS und GEM simulieren den Gradienten an dessen Westflanke deutlich
flacher und somit maximal Böen Bft 8 bis 9.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 02.01.2026 um 10.30 UTC



Kalter Witterungsabschnitt mit Dauerfrost und teils strengen Nachtfrösten. Zeit-
und gebietsweise Schneefall, Niederschlagsprognose aber sehr unsicher.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 09.01.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag liegt Deutschland im
Einflussbereich eines umfangreichen und mit Kaltluft angereicherten
Langwellentroges, der sich vom Norden Europas bis in den Südwesten Europas
erstreckt. Korrespondierend dazu befindet sich im Bodendruckfeld eine
umfangreiche Tiefdruckzone mit einem Schwerpunkt über Skandinavien, Nord- und
Ostsee und einem weiteren über dem westlichen Mittelmeerraum. Für unser Wetter
verantwortlich ist zunächst der nördliche Schwerpunkt, bei dem Randtröge immer
wieder für die Ausbildung neuer Tiefdruckzentren sorgen. Dabei ist eine kalte
Luftmasse wetterbestimmend mit Temperaturen in 850 hPa um minus 9 Grad. Am Rande
der Tiefdruckgebiete gibt es im Norden zeitweise Schneefall. In der Mitte und im
Süden ist der Einfluss einer Hochdruckbrücke wirksam, die sich zwischen den
beiden Tiefs aufgebaut hat.

Nach einer kalten Nacht mit häufig mäßigem, teils auch strengem Nachtfrost
ändert sich am Dienstag wenig an der Wetterlage. Einzig auf den Südosten greifen
ausgehend von dem Richtung Italien ziehenden Mittelmeertief Schneefälle von
Süden über.
Diese Schneefälle halten dort auch am Mittwoch weiter an. Sonst bleibt der
leichte Hochdruckeinfluss erhalten und weitet sich auch auf den Norden aus. Denn
der Trog beginnt Richtung Frankeich abzutropfen, sodass ein weiteres vom
Nordmeer kommendes Tief nun nicht mehr Kurs Richtung Deutsche Bucht, sondern
Richtung Südwesteuropa nimmt.

Am Donnerstag zieht das ehemalige Mittelmeertief über den Südosten Europas
ostwärts ab und die Schneefälle im Südosten Deutschlands lassen wieder nach.
Sonst bleibt Hochdruckeinfluss wetterwirksam, wobei die Hochdruckzone zum
Freitag hin mit Annäherung eines neuen Troges von den Britischen Inseln
allmählich südostwärts gedrückt wird. An dessen Trogspitze kann sich ein
Randtief zu einem Sturmtief entwickeln, das sich Freitagmittag mit seinem
Zentrum und einem Kerndruck unter 980 hPa über England befindet. Von dort aus
soll es unter weiterer Intensivierung über die südliche Nordsee Richtung
Südskandinavien ziehen. Somit greift dessen Sturmfeld im Laufe des Freitags und
in der Nacht zum Samstag auch auf uns über. Das teilokkludierte Frontensystem
greift ebenfalls über, überquert uns rasch ostwärts und bringt gebietsweise
Schneefälle. Vor allem im Süden kann gebietsweise auch vorübergehend
gefrierender Regen auftreten, je nachdem wie kräftig der Warmlufteinschub
ausfällt.

Auch in der erweiterten Mittelfrist bleibt es wechselhaft und bei weiterer
Kaltluftzufuhr winterlich bei zeitweisen Schneefällen. Zum kommenden Montag hin
könnte dann von Westen wieder mildere Luft durchgreifen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bereits ab Mittwoch lässt die Konsistenz des EZMW-Modells nach. Während nach dem
gestrigen 00 UTC Lauf von Nordwesten weitere Niederschläge übergreifen sollten,
bleiben diese nun durch Abtropfen des Troges weitgehend außen vor und es
dominiert in weiten Teilen Deutschlands Hochdruckeinfluss.
Das Übergreifen des Sturmtiefs wurde auch in den Vorläufen schon gezeigt, der
gestrige 00 UTC Lauf zeigte aber eine schnellere Verlagerung auf einer deutlich
südlicheren Zugbahn. Der gestrige 12 UTC Lauf zeigte eine langsamere Verlagerung
auf ähnlicher Position wie der heutige 00 UTC Lauf, ließ das Sturmtief aber
nicht ostwärts ziehen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die Modellunterschiede nehmen ab Mittwoch deutlich zu. So lässt ICON die
Niederschläge des Mittelmeertiefs auf den gesamten Süden und auch auf den Osten
übergreifen. GFS zeigt keinen nennenswerten Einfluss des Mittelmeertiefs auf
unser Wetter, stattdessen kommen weitere Niederschläge mit einem Sturmtief von
Nordwesten auf.
Das Übergreifen des Sturmtiefs zum Freitag und dem Wochenende zeigen die Modelle
wiederum alle, wenn auch noch mit unterschiedlicher Position und Intensität.
Insofern ist eine zuverlässige Vorhersage vor allem bezüglich der Niederschläge
ab Mittwoch nicht möglich.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen bis Donnerstag
einen recht einheitlichen Verlauf bei relativ geringem Spread, sowohl bei der
T850 hPa als auch beim Geopotential 500 hPa. Auch für Berlin beispielweise sind
die Niederschlagssignale zur Wochenmitte sehr gering, sodass die ICON Lösung
eher unwahrscheinlich ist.
Ab Donnerstag nimmt der Spread zu, wobei die Mehrheit der Member dem Hauptlauf
folgt. Zunehmende Niederschlagssignale und ein Anstieg der Temperatur (im Norden
nur leicht, im Süden etwas stärker ausgeprägt) deuten auf das Übergreifen des
Sturmtiefs oder zumindest auf wieder zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Somit
basiert die Vorhersage heute überwiegend auf dem IFS.

Die Clusterung des EZMW besitzt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden nur einen
Cluster. Für den nachfolgenden Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 00 UTC und auch
für die erweiterte Mittelfrist sind es jeweils vier Cluster. Bei den meisten
Clustern dominiert zunächst der Hochdruckeinfluss, was bei Cluster 3 und 4 auch
am Samstag noch der Fall ist. Dort bleibt das Sturmtief vor Westeuropa liegen.
Eine ähnliche Entwicklung zum Hauptlauf zeigen Cluster 1 und 2, in denen auch
die meisten Member enthalten sind.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Im Vorhersagezeitraum herrscht tagsüber vielerorts leichter Dauerfrost, in den
Nächten muss im Bergland und im Süden teils mit strengem Frost gerechnet werden.
Sonst gibt es zunächst voraussichtlich keine markanten Wettererscheinungen.
Einzig im Bergland sind bei auffrischendem Wind ab Donnerstag Schneeverwehungen
nicht ausgeschlossen.

Am Freitag und in die erweiterte Mittelfrist hinein könnte es im Norden
stürmisch werden mit schweren Sturmböen an der Nordsee. Die aufkommenden
Niederschläge können teils markante Neuschneemengen bringen, im Süden ist auch
gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Diese Entwicklung ist aber noch sehr
unsicher.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOS-EZMW, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger


Quelle: Deutscher Wetterdienst