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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 090800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 09.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Teils unwetterartige Schneeverwehungen über dem Norden, bis in den Samstag
anhaltend. Im exponierten Bergland im Südwesten Orkanböen, in höheren Lagen des
Südwestens und Südens Sturmböen. Im erweiterten Küstenumfeld Sturmböen und
schwere Sturmböen. Wind bis in den Samstag hinein deutlich nachlassend, dann nur
noch in den Hochlagen des Südens Sturmböen.
Am Samstag im Schwarzwald und im Allgäu markante bis unwetterartige Schneefälle
(Unwetter: Schwarzwald).
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
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Freitag... ist die Wetterlage in großen Teilen Deutschlands recht turbulent, so
dass sich diese Übersicht am Ende auch wie ein synoptisch angehauchter
Warnlagebericht lesen könnte. Dabei ist Sturmtief ELLI inzwischen (06 UTC) an
der belgische Nordseeküste aufgeschlagen. Sein Kerndruck liegt bei ca. 969 hPa,
das Sturmtief hat seinen Zenit überschritten und beginnt bzw. hat schon begonnen
sich aufzufüllen. Dies liegt auch daran, dass aus der Höhe keine
Entwicklungsimpulse mehr geliefert werden, hat doch das Höhentief das Bodentief
inzwischen eingeholt und liegt weitgehend lotrecht über selbigem. Das
angesprochene Höhentief ist eingebettet in eine Zone tiefen Geopotentials über
dem Nordatlantik und Skandinavien, es bildet den Kern eines langwelligen
Troganteils, dessen Achse aktuell über Frankreich nach Süden verläuft, die in
einer insgesamt gleichmäßig zyklonal gekrümmten Höhenströmung aber nur schwach
ausgeprägt ist. Bis zum Abend soll sich das angesprochene Höhentief von einem
mehrkernigen Höhentiefkomplex über dem Nordatlantik trennen und mit dem
Bodentief zögerlich nach Westen ziehen. Die Einschätzung für den Abend lautet z.
B. bei IFS und ICON, dass sowohl das Höhentief als auch das Bodentief etwa am
Niederrhein ankommen sollen, dabei deutet ICON eine Lage etwas westlich des
Rheins an, IFS dagegen eine Lang etwas östlich des Rheins. Wie auch immer, klar
ist, dass sich der Warmsektor des Tiefs schließt, nur in einem Dreieck Hochrhein
- Oberfranken - Niederbayern liegen die 850er Temperaturen aktuell noch im
leicht positiven Bereich, ansonsten herrschen zumeist leicht negative 850er
Werte vor (null bis -1 Grad), im Nordosten ist die Kaltluft noch nicht verdrängt
worden, dort liegen die entsprechenden Werte noch um -8 Grad. Tatsächlich wird
sich daran auch im Tagesverlauf nichts ändern, vielmehr kann die Kaltluft
allmählich wieder Boden gutmachen, zum Abend soll die -8 Grad-Isotherme von
Schleswig-Holstein bis zur Weichselmündung und nordöstlich davon überdecken. Die
850er Temperaturen deuten schon an, dass die Warmfront aktuell über dem Osten
Bayerns zu finden ist, von dort erstreckt sie sich weiter nach Nordwesten bis
nach Niedersachsen. Dort gehen die Schneefälle allmählich in Regen über, mit
beträchtlicher Glatteisgefahr auf den noch gefrorenen Böden vor allem im
Südosten. Entsprechend laufen dort markante Warnungen und Unwetterwarnungen vor
Glatteis. Die Glatteisgebiete verlagern sich mit der Front nach Osten, am
Vormittag sollen vor allem die Hochlagen Ostbayerns betroffen sein, die
kritischen Gebiete ziehen sich dann aber auch bis nach Nordbayern und Thüringen.
Um die Mittagszeit ziehen die Niederschläge aus Bayern ostwärts ab, so dass sich
dann dort die Situation entspannen sollte, zu dem Zeitpunkt betrifft die
Glatteissituation, bei ebenfalls nachlassender Ausprägung, Mitteldeutschland. In
einem breiten Streifen von Ostsachsen bis ins Emsland fällt durchweg Schnee.
Dort kann sich die Milderung nicht durchsetzen. Insgesamt greifen die
Schneefälle nicht so weit nach Nordosten aus, wie es die Modelle noch in den
Vorläufen angedeutet haben. Hamburg wird wohl sicher etwas Schnee abbekommen
(nach ICON z. B. könnten im Tagesverlauf um 3 cm fallen, IFS oder GFS halten
noch eine Schneeschippe mehr an Schnee für möglich) In Berlin sehen die Modelle
nach aktuellem Stand eher nur nach geringe Schneemengen als wahrscheinlich an, 1
bis 2 cm scheinen eine gute Schätzung zu sein, AROME oder UK10 sehen in Berlin
heute sogar gar keinen Neuschnee mehr. Südwestlich der Linie Hamburg - Berlin
fallen durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee, lokal auch bis zu 15 cm, im Südstau des
Harzes können auch um 20 cm zusammenkommen. In einem Streifen von Ostbayern bis
nach Ostwestfalen lassen die Schneefälle im Tagesverlauf nach, dort sind die
Mengen auch etwas geringer.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Schnee im Norden und Osten verwehen kann. Das
Sturmtief ELLI bildet nämlich das westliche Ende einer Tiefdruckrinne, die sich
über Polen hinweg bis nach Belarus erstreckt. Im Bereich dieser Rinne, also etwa
vom Rheinland bis nach Sachsen und Ostbayern, ist der Wind schwach bis mäßig,
allenfalls in den Hochlagen auch mal stark böig. Nördlich und nordöstlich der
Rinne (Ostwind) sowie südwestlich davon (Südwestwind) weht der Wind dagegen sehr
kräftig. In weiten Teilen des Nordens gibt es steife Böen Bft 7, im erweiterten
Nordseeumfeld auch Böen Bft 8 bis 9, unmittelbar an der Nordsee auch Böen Bft
10. Von der Eifel bis an die Alpen gibt es Böen Bft 7 bis 9, Die
Schwarzwaldhöhen bringen es bis auf volle Orkanstärke (Bft 12). Dort sind
Verwehungen kein Thema, im Norden und Osten dagegen schon, zumal im Norden
gebietsweise auch schon recht viel (trockener) Schnee liegt. Die entsprechenden
Verwehungswarnungen gehen bis in den Unwetterbereich. Da auf der Westflanke des
Tiefs durch herumgeholte Kaltluft die Schneefallgrenze wieder sinkt, gehen dort
bis zum Abend in höheren und mittleren Lagen die Niederschläge wieder in Schnee
über (Schneefallgrenze sinkt teils auf bis zu 300 m). Damit setzt dort erneut
Schneefall ein, der sich in Staulagen der Eifel durchaus auf 5 bis 10 cm
akkumulieren kann. Auch im Rothaargebirge und im Westenwald gibt es (etwas)
Neuschnee). Das gilt auch an den Alpen, wo Reste der ostwärts abziehenden Front
ins schleifen geraten. In dieser Gemengelage bildet sich ein bemerkenswerter
Temperaturgradient aus (bzw. hat sich ausgebildet). Die Maxima sollen im
Nordosten um -6 Grad liegen, am Oberrhein liegen die höchsten Werte dagegen bei
bis zu 10 Grad - allerdings zu Tagesbeginn, im Tagesverlauf sinken sie nicht der
erneut wirksam werdenden kühleren Luft wieder ab.
In der Nacht zum Samstag laufen die Modelle schon wieder etwas auseinander.
Während das Tief bei IFS nach Südosten zur Kölner Bucht wandert, verlagert es
sich nach ICON Richtung Osthessen. Insgesamt macht die Kaltluft damit wieder
mächtig Boden gut, zum Morgen liegen die 850er Temperaturen im Südosten wieder
um -5 Grad, im Nordosten sind es um -12 Grad. Damit gehen auch über dem Süden
die Niederschläge wieder in Schnee über. In den Staulagen der westlichen
Mittelgebirge kommen dabei 5 bis 10, lokal in der Eifel auch um 15 cm Neuschnee
zusammen. Diese Mengen kann man auch für den Schwarzwald avisieren, wobei dort
das Hauptniederschlagsereignis erst im Laufe des Samstags zu erwarten ist.
Wahrscheinlich bleiben die tief eingeschnittenen Flusstäler (z. B. Rheingraben,
Mosel) schneefrei, ansonsten gibt es zumindest ein bisschen Schnee. Von Sachsen
bis nach Niedersachsen lassen die Schneefälle allmählich nach, von der Oder bis
zur Nordsee bleibt es trocken. Die Windverteilung mit einem relativ
windschwachen Streifen über der Mitte und kräftigem Wind über dem Norden und
Südwesten bleibt erhalten. Da sich das Tief aber zunehmend auffällt schwächt
sich der Wind etwas ab. Ausgangs der Nacht sind über dem Norden nur noch die
Küstengebiete von steifen oder stürmischen Böen Bft 7 bis 8 betroffen, die
Verwehungen lassen nach, auch wenn dafür auch schon die Bft 6 ausreicht.
Eventuell ziehen an den Küsten, die relativ milde See labilisiert dort, auch mal
kurze Schneeschauer durch. Im Südwesten und Süden bleibt es dagegen die Nacht
durch verbreitet bei Böen Bft 7 bis 8, in den Hochlagen geht noch etwas mehr,
auf dem Feldberg soll es für orkanartige Böen Bft 11 reichen. Das reicht aber
auch für weitere Verwehungen im markanten, eventuell auch bis in den
Unwetterbereich. Im Süden bleibt es bei +3 bis -2 Grad gebietsweise frostfrei,
im Norden sinken die Werte auf -3 bis -8 Grad, an der Oder auf nahe -10 Grad.
Samstag... wandert der westliche Teil der Tiefdruckrinne, in der das Tief ELLI
zum Abend schon nicht mehr auszumachen ist (Druckminima um 997 hPa), in Richtung
Alpen. Der zugehörige Höhentrog schwenkt über die Alpen hinweg und seine Achse
liegt in der Nacht von Belarus über die Alpen hinweg nach Sizilien orientiert.
Mit dem Druckanstieg entspannt sich die Windsituation weiter. An der Küste lässt
der Wind weiter nach, bei Drehung auf Nordost fächert der Gradient an der
Nordsee so stark auf, dass dort zum Abend keine warnwürdigen Böen mehr erwartet
werden - aber hier und da noch Schneeschauer, die durch den Lake-Effekt auch mal
kräftiger ausfallen können. An der Ostsee bleibt der Wind, durch das über
Belarus liegende Tief am Ostende der Tiefdruckrinne, immerhin nahe an den
Warnschwellen. Eventuell ist auch abends noch eine einzelne auflandige Bft 7
unterwegs, das lässt sich nicht ganz ausschließen. Ansonsten sind vor allem die
Hochlagen (Mitte, Süden) noch vom Wind betroffen, Bft 7 bis 8, eventuell
exponiert auch eine Bft 9, das wäre das Abendspektrum, wobei der Feldberg noch
immer mit einer Bft 11 in den Tag starten soll. Mit der Rinne wandern auch die
zumeist leichten Schneefälle nach Süden, sie starten über der Mitte und dem
Süden, zum Abend soll es dann nur noch südlich des Mains Schnee geben. Da auf
der Südflanke der Rinne eine westliche Windkomponente vorherrscht, deren
Unterstützung aus der Höhe im Tagesverlauf nur zögerlich schwächer wird, staut
es vor allem an den Nord-Süd-exponierten Gebirgen (Schwarzwald, aber auch im
Allgäu) rein - mit entsprechend deutlich höheren Schneemengen als in der Fläche.
ICON deutet für den Schwarzwald im Tagesverlauf durchaus 20 bis 30 cm Neuschnee
an, für das Allgäu dagegen eher "nur" 10 bis 20, eventuell und lokal auch bis 30
cm. In Verbindung mit dem angesprochenen Wind kann das wieder zu Verwehungen
führen, die u. U. lokal auch Unwettercharakter annehmen können. Auf der
Nordflanke der Rinne wird in 850 hPa wieder deutlich kältere Luft nach
Norddeutschland transportiert, bis zum Abend sinken die Werte nordöstlich einer
Linie Emsland - Erzgebirge auf -10 Grad, im Westen sind es in der Spitze noch -7
Grad. In 2m Höhe liegen die Höchstwerte in der Südhälfte mit 1 bis 5 Grad im
positiven Bereich. Interessant dabei, dass im Westen die Höchstwerte schon
morgen und am Vormittag erreicht werden, im Süden dann um die Mittagszeit, ein
Umstand, der natürlich auf die Kaltluftadvektion zurückzuführen ist. Im Norden
ist es, abgesehen von den Küsten, dauerfrostig mit Höchstwerten zwischen -7 bis
null Grad, wobei die tiefsten Werte zwischen Neiße und Magdeburger Börde
auftreten.
In der Nacht zum Sonntag wandert die Tiefdruckrinne über die Alpen hinweg nach
Süden, damit lassen auch über dem Süden die Schneefälle nach, bis zum Morgen
haben sie sich an die Alpen zurückgezogen und sollten über 12 Stunden im Allgäu
20 bis 30 cm, am übrigen Alpenrand 10 bis 20 cm Neuschnee (jeweils in der
Spitze) gebracht haben. Dazu gibt es noch leichten Schneefall am Erzgebirge, wo
es im Bereich eines Bodentroges zusammen mit den Staueffekten zu etwas Hebung
kommt. Im Geopotentialfeld greift auf Westeuropa ein Höhenrücken über, von dem
sich ein separater Keil bis nach Südskandinavien wölbt. Dort wird eine
abgeschlossene Hochdruckzone gestützt, die Teil einer Brücke ist, welche sich
von Lappland über Südnorwegen und die Nordsee bis zur Iberischen Halbinsel
zieht, und im Verlauf der zweiten Nachhälfte ein abgeschlossenes Hoch über dem
Westen Deutschlands ausbildet. Unter Hochdruckeinfluss klart es verbreitet auf,
die Tiefstwerte liegen entsprechend tief - im Nordosten bei lebhaftem, aber
nicht warnwürdigem Wind und entsprechender Durchmischung sowie im Süden unter
Wolken meist zwischen -6 und -9 Grad. Sonst gibs es -9 bis -15 Grad, lokal auch
noch Werte darunter, und damit recht verbreitet strengen Frost.
Sonntag... und in der Nacht zum Montag bietet das Wetter einen Tag zum
Durchschnaufen. Hochdruckeinfluss bietet gute Chancen auf Sonne, es ist weit
überwiegend trocken, nur an den Alpen fallen ein paar Flocken. Erst in der Nacht
zum Montag zieht in den Westen neuer Niederschlag, wobei wieder Glatteis eine
Rolle spielen wird. Bei Höchstwerten von -6 bis null Grad ist Dauerfrost
angesagt. In der Nacht werden für den Westen, wo die Gegenstrahlung der
hereinziehenden Wolken die Auskühlung dämpft, von MOSMIX Tiefstwerte zwischen -5
und -9 Grad avisiert, sonst erwartet das Modell strengen Frost bis -15 Grad,
lokal auch darunter.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle bieten im Grundsatz eine gute Übereinstimmung. Die Unterschiede, die
teils (Verlagerung des Tiefs, Ausgreifen der Schneefallgebiete) im Text
angesprochen wurden, liegen nunmehr im handelsüblichen Rahmen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 09.01.2026 um 10.30 UTC
Ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder, dabei eine mögliche
Unwetterlage durch gefrierenden Regen. In der zweiten Wochenhälfte weiterhin
leicht wechselhaft in sehr mildem Temperaturniveau.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 16.01.2026
Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Montag setzt nach dem sehr kalten
Wochenende eine Milderung ein. Ein Höhenrücken schwenkt nach Deutschland ein,
wird jedoch rasch von einem überlaufenden Kurzwellentrog überquert. Dieser
stützt die erste Okklusions- bzw. Warmfront eines Sturmsystems bei Schottland,
die im Tagesverlauf von Westen her auf ganz Deutschland übergreift. Damit setzen
zunächst Schneefälle ein, die mit der raschen Milderung der unteren Troposphäre
bald in Regen übergehen. Trotz eines deutlich auffrischenden Südwindes dürfte
die bodennahe Kaltluft jedoch nicht überall vollständig ausgeräumt werden,
sodass bereits tagsüber ein erhöhtes Glatteisrisiko besteht. Das genaue
thermische Profil zum Zeitpunkt des Niederschlagseinsetzens ist noch unsicher;
es ist durchaus möglich, dass die Schneephase nur eine untergeordnete Rolle
spielt und gefrierender Regen dominiert. In diesem Fall wäre insbesondere ab der
Mitte und im Osten eine markante bis unwetterartige Glatteislage zu erwarten.
In der Nacht zum Dienstag erreichen die Niederschläge den Osten bis zur Oder.
Dort fällt anfangs noch Schnee, wobei Neuschneemengen um 5 cm möglich sind.
Während sich die Lage in der Westhälfte bei deutlich positiven Temperaturen
zunehmend entspannt, bleibt sie von Ostbayern über Mecklenburg bis in die
östlichen Landesteile hinein bei noch negativen Temperaturen weiterhin
angespannt.
Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach
Süden aus, während sich im Gegenzug von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken
über Mitteleuropa etabliert und seinen Vorgänger ersetzt. Deutschland gelangt in
eine südwestliche Höhenströmung mit bodennahem Südwind, wodurch zunehmend milde
Luftmassen herangeführt werden. Südwestlich der Elbe steigen die Temperaturen in
850 hPa auf über 0 °C, im Südwesten teils bis +7 °C, und auch bodennah setzt
sich eine deutliche Milderung durch. Im Nordosten werden ebenfalls positive
Temperaturen erreicht, lediglich in Kältelagen der östlichen Mittelgebirge sowie
entlang von Oder und Neiße hält sich noch Frost. Eine weitere, vom Südosten bis
in die Mitte ziehende Front bringt ausschließlich Regen. Trotz teilweise noch
gefrorener Böden ist aufgrund der ausgeprägten Milderung kaum noch mit Glatteis
zu rechnen. Nach Abzug der Front kann es in der Nacht zum Mittwoch bei
Wolkenauflockerungen im Süden jedoch lokal zu gefrierender Nässe kommen.
Am Mittwoch verlagert sich der Höhenrücken allmählich nach Osten, während ein
neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront auf Deutschland
übergreift. Diese bringt etwas Regen, jedoch erwärmte Polarluft, sodass keine
markante Abkühlung eintritt. Mit der Winddrehung auf Südwest wird auch im
Nordosten die verbliebene bodennahe Kaltluft vollständig ausgeräumt. Dort sowie
im Südosten ist Glatteis allerdings lokal nochmals nicht ganz ausgeschlossen.
Am Donnerstag schwenkt ein weiterer Kurzwellentrog durch, während der Haupttrog
westlich von Mitteleuropa verbleibt. Die südwestliche Strömung bleibt damit
erhalten. Leichte Niederschläge ziehen durch, zudem frischt der Wind
insbesondere an der Küste sowie in den Hochlagen deutlich auf. Bei Höchstwerten
zwischen 2 und 11 °C schreitet die Schneeschmelze weiter voran. Da keine
nennenswerten Niederschlagsmengen erwartet werden, ist ein ausgeprägtes
Tauwetter mit Hochwassergefahr weiterhin nicht zu erwarten.
Im weiteren Verlauf verbleibt Deutschland auf der Vorderseite des atlantischen
Langwellentroges, meist unter südlicher Strömung. Die niedertroposphärische
Luftmasse bleibt insgesamt mild. In den östlichen Landesteilen kann es bei
zeitweise geringerer Bewölkung insbesondere nachts jedoch wieder zu deutlicher
Abkühlung kommen, während es im Westen unbeständiger und insgesamt milder
bleibt. Somit dürfte der überwiegende Teil der Schneedecke im Flachland
abgeschmolzen sein.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der jüngsten IFS-Läufe ist über den gesamten Mittelfristzeitraum
hinweg insgesamt gut. Eine markante Milderung wird dabei durchgängig
unterstützt. Der aktuelle Lauf zeigt sich gegenüber den gestrigen Rechnungen
sogar etwas schneller, sodass auch im Osten allmählich Tauprozesse einsetzen.
Insgesamt kommt es von Montag bis Mittwoch durch das Übergreifen zweier
Warmfronten sowie einer nachfolgenden Kaltfront von Südwesten und Westen her zu
einer deutlichen Milderung. Mit der ersten Warmfront treten zunächst Schneefälle
auf, die jedoch rasch in Regen übergehen. Dabei besteht insbesondere ab der
Mitte und im Osten eine deutlich erhöhte Glatteisgefahr. Das genaue Timing der
Frontpassagen ist noch mit Unsicherheiten behaftet, hier zeigen die Modelle
weiterhin teils größere Unterschiede.
Im weiteren Verlauf bleibt es leicht wechselhaft bei milden bis sehr milden
Temperaturen. Die vorhandene Schneedecke geht dabei allmählich zurück. Da die
Milderung nach heutigem Stand ohne nennenswerte Niederschläge und ohne starke
Windereignisse einsetzt, ist ein ausgeprägtes Tauwetter mit erhöhter
Hochwassergefahr derzeit nicht zu erwarten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die aktuell vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen für den
Mittelfristzeitraum insgesamt eine recht ähnliche Entwicklung. Unterschiede
bestehen jedoch hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der die Warmluft von
Südwesten und Westen her auf Deutschland übergreift. GFS, IFS und UKMO
simulieren dabei den Vorstoß am zügigsten, während ICON die bodennahe Kaltluft
am längsten aufrechterhält und diese erst verzögert vollständig ausräumt.
Als markantestes Ereignis wird modellübergreifend die erste Okklusionsfront am
Montag sowie in der Nacht zum Dienstag gerechnet, an der zugleich die höchsten
Niederschlagsintensitäten auftreten. In dieser Hinsicht besteht zwischen den
Modellen eine gute Übereinstimmung. Das genaue Timing der Frontpassage wird
jedoch weiterhin deutlich unterschiedlich simuliert.
Einheitlich zeigen alle Modelle eine ausgeprägte Milderung in der Höhe mit
deutlich positiven Temperaturen, sodass insgesamt eine Glatteislage signalisiert
wird. Aussagen zur räumlichen Ausdehnung und zur Intensität sind derzeit noch
mit Unsicherheiten behaftet, die entsprechenden Signale haben sich jedoch im
Vergleich zu den Vortagen nochmals verstärkt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen (EPS-Plumes) verschiedener Städte in Deutschland zeigen bis
Dienstag verbreitet einen deutlichen Anstieg des Geopotenzials, anschließend ein
vergleichsweise konstantes Niveau bei insgesamt mäßiger Streuung. Auch die
Temperaturen in 850 hPa steigen rasch an, wobei im Südwesten der Anstieg
deutlich früher und mit geringerer Streuung erfolgt. Dort wird die
0-°C-Isotherme teils bereits am Montagabend überschritten. Selbst im Nordosten
ist die Milderung zumindest in der mittleren Troposphäre klar erkennbar.
Der Ensemble-Spread bleibt bis weit in den Mittelfristzeitraum hinein gering.
Nach dem ausgeprägten Temperaturanstieg pendeln sich die 850-hPa-Temperaturen um
den Gefrierpunkt ein. Im Flachland ist damit zunächst nicht mehr mit Schneefall
zu rechnen, und die vorhandene Schneedecke geht nach und nach zurück. Zudem
zeigen die Ensembles wiederholt Niederschlagssignale, was insgesamt auf eine
wechselhafte Witterungsphase hindeutet.
Die Clusteranalyse zeigt zu Beginn fünf Cluster, wobei sich Haupt- und
Kontrolllauf im Cluster 4 befinden. Alle Cluster weisen einen Höhenrücken über
Europa auf, flankiert von zwei Langwellentrögen über Osteuropa und dem Atlantik.
Auch wenn die Struktur zunächst blockierend erscheint, ist eine gewisse
Verlagerung erkennbar. Dadurch hat die eingeflossene Polarluft keine
Möglichkeit, sich über Deutschland zu etablieren, während von Westen her bereits
eine Milderung einsetzt.
Im Zeitraum t+120-168 h ergeben sich drei Cluster, mit Haupt- und Kontrolllauf
in Cluster 2. Dieses Szenario zeigt eine ostwärtige Verlagerung des Höhenrückens
sowie eine zunehmende südwestliche Strömung in der Höhe über Deutschland. Damit
ist der Weg frei für eine durchgreifende und nachhaltige Milderung.
Im Zeitraum t+192-240 h liegen nur noch zwei Cluster vor, mit Haupt- und
Kontrolllauf ebenfalls in Cluster 2. Dieses Cluster weist eine zunehmende
Zonalisierung der Strömung auf, verbunden mit einer ostwärtigen Progression der
Langwellentröge. Deutschland gelangt dabei in eine westliche, zyklonal geprägte
Wetterlage.
Fazit:
Das Ende des winterlichen Wetters setzt sich in der kommenden Woche nordostwärts
durch. Insbesondere zu Wochenbeginn ist jedoch mit einer markanten, teils
unwetterartigen Glatteislage zu rechnen. Auch im Nordosten greift schließlich
die Milderung durch, bei insgesamt wechselhafter Witterung.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GLATTEIS/SCHNEE:
Am Montag sowie in der Nacht zum Dienstag besteht insbesondere ab der Mitte und
im Osten Deutschlands ein erhöhtes Risiko für Glatteis durch gefrierenden Regen,
teils mit unwetterartigem Charakter. Dabei ist es möglich, dass die
Niederschläge gebietsweise direkt als Regen einsetzen und die Schneephase
zumindest in der Mitte nur kurz oder untergeordnet ausfällt. Von Ostbayern bis
nach Vorpommern sind vor dem Übergang in Regen Neuschneemengen von etwa 5 bis 10
cm möglich.
Auch an den Folgetagen kann es von Ostbayern bis zur Oder erneut zu gefrierendem
Regen kommen. Insgesamt überwiegt jedoch die Tendenz einer fortschreitenden
Milderung, die sich zunehmend auch im Osten durchsetzt.
STURM:
Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS insbesondere am Montag, Mittwoch
und Donnerstag im Bereich der Nordsee, dort häufig bei ablandiger Strömung. Am
Montag werden zudem stürmische Böen im westlichen Bergland angedeutet. Abgesehen
davon spielt Wind im Mittelfristzeitraum voraussichtlich eine untergeordnete
Rolle.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta
Quelle: Deutscher Wetterdienst
