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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 080800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 08.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Tr M
Am Freitag im Norden und im Südwesten Sturm, teils schwer. Dazu von Südwesten
starke Schneefälle, vor allem im Norden und Osten mit starken Verwehungen,
Unwetter. Im Teilen Bayerns Glatteis mit Unwettergefahr. In der Folge weitere,
teils starke Schneefälle vor allem im Bergland.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Donnerstag... entwickelt sich aus einer Welle, die entwicklungsgünstig zu einem
folgenden Kurzwellentrog und dem Höhenjet liegt südwestlich Englands ein
Sturmtief, das abends etwa Cornwall oder den Westausgang des Ärmelkanals
Erreicht und in der Nacht bis Belgien vorankommt. Der sich davor aufwölbende
Höhenrücken bewegt sich über uns nach
Osten. Er wird auf der Vorderseite der Warmfront des Sturms, die Nordfrankreich
erreicht und mit den Resten einer schleifend übergreifenden Okklusion von
Warmluftadvektion überlaufen.
Der Wind in der unteren Troposphäre dreht auf südliche Richtungen, bodennah oft
noch Südost, womit vor allem in den Westen und Südwesten langsam mildere
Meeresluft geführt wird.
Außer im Nordosten, wo die trockenkalte Südostströmung noch Aufheiterungen
(Vorpommern-Lausitz) bringt, hält sich dabei starke Bewölkung. Die leichten
Schneefälle über großen Landesteilen lassen dabei zunächst nach. Etwa
südwestlich einer Linie vom Rheinland bis zum östlichen Alpenrand kommen aber im
Tagesverlauf erneut Niederschläge auf, die dann aber ganz im Westen und
Südwesten bis 600m, im Südschwarzwald bis 1000m in Regen übergehen.
Vorübergehend ist dabei Glatteis möglich. Laut der deutschen Modelle vor allem
im Südwesten. Auch im Norden sind regional schauerartige, kurzzeitig kräftige
Schneefälle (um 5 cm in kurzer Zeit) an einem KW Trog zu erwarten, während die
Niederschläge im Südwesten meist nicht sehr intensiv sind. Dort sind vor allem
in Staulagen am Schwarzwald und an den Alpen durch die nordwestliche Anströmung
etwas höhere Mengen möglich.
Der bodennahe Wind dreht etwas zurück, auf Ost bis Südost, wobei dann lediglich
exponiert an den Küsten und im Bergland einzelne 7er Böen drin sind. Lediglich
im Hochschwarzwald dreht der Wind auf Südwest und frischt bis Sturmstärke auf.
In der Nordosthälfte liegt die Temperatur im Frostbereich von -6 bis 0°C, dort
wird von Polen noch etwas kältere Luft angesaugt, sonst werden 0 bis +6°C, die
höchsten Werte um Oberrhein, am kältesten ist der Nordosten mit regional mäßigem
Dauerfrost.
In der Nacht zum Freitag schlägt der Sturm (Kerndruck: 970 bis 975 hPa) morgens
irgendwo im Bereich der Belgischen Küste auf, wobei dann Unterschiede in den
Simulationen deutlich werden. Das rasch okkludierende Frontensystem kommt bis
auf eine Linie vom Münsterland bis zum Erzgebirge voran. Südwestlich davon wird
mit stark bis stürmisch auffrischendem und auf Südwest drehendem Wind mildere
Meeresluft herangeführt. Die Temperaturen steigen im Laufe der Nacht in den
positiven Bereich bis 8°C am Oberrhein. Die 0°C Isotherme liegt morgens etwa vom
südlichen Niedersachsen über Thüringen nach Niederbayern.
Die Niederschläge, die im Südwesten teils schon als Regen beginnen, gehen
ansonsten über der Mitte bis ca. 700m in Schnee über, im Süden steigt die
Schneefallgrenze vorübergehend über 1000m in Regen. Vorher schneit es aber
gebietsweise kräftig mit 5 bis 10, im Bergland teilweise 15 bis 20 cm Neuschnee.
Schwerpunkte vom westlichen Niedersachsen bis Ostbayern. Hinzu kommen erste
starke Schneeverwehungen im höheren Bergland (teils Unwetter) durch den
teilweise stürmisch auffrischenden Wind.
Vor allem nach Südosten wo die Gradientzunahme auf sich warten lässt, hält sich
kalte Luft bodennah, der Boden ist auch
noch gefroren, sodass das Glatteis bis Unwetter möglich ist. Nördlich der
Okklusion bleibt es in der kalten Ostströmung bei teils starken Schneefällen (5
bis 15 cm Neuschnee) mit vor allem im Harz und über Niedersachsen der Gefahr
starker Schneeverwehungen. Dabei geht die Temperatur an der Oder bis -8°C
zurück. Die Gradientverschärfung betrifft mit Sturmböen, teils schwer, ansonsten
vor allem den Südwesten und die Nordsee. Exponiert im Schwarzwald sind Orkanböen
möglich.
Freitag... bewegt sich das Sturmtief nur langsam unter leichter Abschwächung
(980 hPa im Kern) nach Nordwestdeutschland (NRW). Darum wickelt sich die
Okklusion, die für verbreitete Niederschläge sorgt, die noch etwas nach Norden
ausgreifen und im Süden postfrontal nachlassen. Dazu zeichnen sich zwei
Sturmregionen ab. Im Südwesten und im Norden von den Küsten ausgreifend ins
Binnenland.
Nördlich des Tiefs wird mit der östlichen, noch etwas zunehmenden Strömung kalte
Frostluft nach Westen gesaugt. Dabei schneit es verbreitet (Schwerpunkt: im
Streifen Niedersachsen bis Sachsen) mit 5 bis 15 cm Neuschnee, der durch den
starken bis in Böen teils stürmischen Ostwind auch stark verweht wird. Zu den
Küsten hin erreicht der eisige Ostwind dann vermehrt in Böen Sturmstärke,
exponiert gibt es schwere Sturmböen bis orkanartige Böen. Dort fällt
wahrscheinlich weniger, oder zur Ostsee hin kaum oder gar kein Schnee, aber der
dort schon liegende lockere Schnee (gebietsweise Schneedecke 10 bis 20 cm) wird
stark verweht, ebenfalls teils mit unwetterartigen Ausmaßen. Mit der anhaltenden
KLA tritt Dauerfrost, im Nordosten auch mäßiger Dauerfrost auf.
Südlich der Okklusion, im Bereich des Tiefs bis in die östliche Mitte, steigt
die Schneefallgrenze vorübergehend auf 500 bis 800m, bevor sie nachmittags von
Westen her wieder (fast) bis in tiefe Lagen sinkt. Im Süden regnet es im anfangs
geöffneten Warmsektor bis über 1000m, aber auch dort wird der Warmluftvorrat
aufgezehrt.
In einigen Staulagen im Südwesten werden bei der Tauphase Niederschlagsdargebote
bis 30 mm erwartet. Der trockene Schnee dürfte zunächst einiges abfangen, sodass
sich Warnungen nicht aufdrängen.
Bei bis +8°C im Süden steigenden Temperaturen entspannt sich die Glättelage im
Süden tagsüber deutlich, zumal es im Süden und Südosten zeitweise auflockert und
die Regenfälle nachlassen und durch den stürmischen Wind gute Durchmischung
ansteht. Vor allem im Südwesten, zeitweise ausgreifend bis ins westliche Bayern,
weht der Südwest- bis Westwind in Böen mit Sturmstärke, auch einzelne schwere
Sturmböen sind möglich und besonders im Schwarzwald sind Orkanböen dabei.
Ansonsten breiten sich über der Mitte, später auch wieder von Westen her über
dem Süden rasch schauerartige Niederschläge aus, die dann mit der sinkenden
Schneefallgrenze vor allem in Staulagen, der westlichen und zentralen
Mittelgebirge, nachts im Schwarzwald nicht unerhebliche Neuschneemengen (10 bis
30 cm) bringen können. Entsprechend kommen dann auch wieder Schneeverwehungen
hinzu.
In der Nacht zum Samstag weichen die Lösungen deutlicher ab. Es werden hier die
Lösungen von IFS und UMKO bevorzugt die das Tief unter weiterer Abschwächung
entweder über NRW fast stationär werden lassen, bzw. es langsam südwärts führen.
Dabei verliert die Okklusion an Kontur und deren Schneefällen verschmelzen mit
den Schneefällen über der Mitte und dem Süden. Vor allem nach Norden und
Nordosten hin sowie ansonsten oberhalb 300 bis 400 m fallen verbreitet 1 bis 5,
in einigen Regionen 5 bis 10, in Staulagen 20 cm Neuschnee. In Lagen darunter,
vor allem nach Südwesten hin akkumuliert sich kaum etwas, auch wenn teils
Schneeregen oder nasser Schnee fällt, da die Temperaturen noch um oder etwas
über 0°C liegen.
Der Wind lässt im Norddeutschen Tiefland und im Südwesten langsam nach, bleibt
aber warnrelevant mit Windböen, anfangs Sturmböen, im Bergland (SW) Sturmböen.
An den Küsten hält der Oststurm an. Dort und in Schleswig-Holstein sind auch
einige, vereinzelt kräftige Schneeschauer (Lake Effect, -11°C in 850 hPa, OG 800
hPa)) zu erwarten.
Samstag... laufen die Modelle weiter auseinander. Aus dem Tief, das sich weiter
abschwächt, bildet sich eine Rinne, die nach Süddeutschland zieht. An deren
Nordseite breitet sich mit auf nördliche bis nordöstliche Richtungen drehendem
Wind die kalte Frostluft (<-10°C in 850 hPa) bis in die Mitte aus. Dann fällt
wieder durchweg Schnee, wobei die Schneefälle aber von Norden her nachlasen,
oder ganz aufhören. Gebietsweise sind noch 1 bis 5, stellenweise, vor allem im
Bergland 10 cm Neuschnee möglich. Im Süden bleibt der Wind auf West bis Nordwest
und auch wenn in den tieferen Lagen teilweise Schnee fällt, es akkumuliert sich
bei Werten etwas über 0°C zunächst nichts. Ab 400 bis 500 sieht das anders aus,
dort sind in einigen Staulagen vor allem im Schwarzwald starke Schneefälle mit
unwetterartigen Mengen möglich. Im Laufe des Tages sinkt die Temperatur auch im
Süden auf Werte um 0°C und die Glättegefahr steigt.
Im Norden tritt mäßiger Dauerfrost auf, das Maximum im Süden wird vormittags
erreicht mit 1 bis +4°C. Im Südwesten und an den Küsten weht teils stürmischer
Wind, mit weiter nachlassender Tendenz. Schneeverwehungen sind zunächst noch
möglich, auch weil sich an den Küsten noch etwas Lake Effect Schnee andeutet.
In der Nacht zum Sonntag stauen sich die Schneefälle im Süden mit teils recht
kräftigen Mengen, sonst sind vor allem im Osten Schneeschauer von der Ostsee her
unterwegs. Ansonsten klart es auf und recht verbreitet tritt über dem Norden und
der Mitte strenger Frost auf.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle divergieren mit der Sturmentwicklung, was im Text schon erwähnt
wurde. Trotz verbleibender Unsicherheiten werden heute erste Unwetterwarnungen
vor Schnee/Verwehungen im Norden und Vorabinfo Glatteis im Südosten Bayerns
geschaltet. Ansonsten erfolgen zunächst markante Warnungen vor den kräftigen
Schneefälle, die in situ angepasst werden müssen, da sich zunächst nur mit sehr
großen Unsicherheiten auch Unwettermengen im Schneefall abzeichnen. Die
Sturmentwicklung erreicht besonders im Hochschwarzwald Unwetter, sonst ist es
halt eine markante Sturmlage im Norden, im Bergland und im Südwesten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 08.01.2026 um 10.30 UTC
Zu Beginn knackig-kalt, ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder,
dabei markante Lage mit Schnee und Glatteisgefahr. In der zweiten Wochenhälfte
dann Wetterberuhigung bei insgesamt vor allem im Westen sehr mildem
Temperaturniveau.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 15.01.2026
Am Sonntag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt ein Höhenrücken über dem
Südwesten Europas, von dem aus sich ein weiterer Rücken bis nach Skandinavien
fortsetzt. Dieser stützt ein Hoch über Deutschland und Südskandinavien. Da sich
im Tagesverlauf ein umfangreiches Sturmtief vom Atlantik her nähert, bewegt sich
der Höhenrücken rasch nach Osten und das Bodenhoch zieht sich bis zum
Montagmorgen schon bis nach Südbayern zurück. Über dem östlichen Mitteleuropa
und Osteuropa liegt ein Langwellentrog, der vor allem niedertroposphärisch mit
sehr kalter Luft ausgestattet ist. Dieser zieht sich auch langsam nach Osten
zurück. Auch bei uns in Deutschland liegt niedertroposphärische Kaltluft mit
850-hPa-Temperaturen zwischen -12°C im Südosten bis -7°C im Nordwesten zur
Mittagszeit, wobei im Verlauf die Temperatur im Westen schon ansteigt. Unter
Hochdruckeinfluss herrscht überwiegend ruhiges Wetter mit schwachen umlaufenden
Winden. Gebietsweise ist es sonnig, teils herrscht Hochnebel und vereinzelt kann
etwas Schnee fallen. An den Alpen gibt es zu Beginn noch stärkeren Schneefall.
Die Temperatur liegt nachts gebietsweise im strengen Frostbereich, tagsüber
herrscht durchwegs Dauerfrost.
Am Montag schwenkt der Höhenrücken nach Deutschland herein, das Bodenhoch zieht
sich etwas nach Osten zurück und bildet eine meridionale Brücke von Afrika über
das östliche Mitteleuropa und Skandinavien bis in die Barentssee. Die erste
Okklusionsfront des Sturmsystems greift im Tagesverlauf auf den Westen
Deutschlands über. Damit kommen von Westen her Schneefälle auf, mit rascher
Milderung der niederen Troposphäre gehen diese bald in Regen über. Allerdings
wird trotz deutlich auflebenden Südwindes wohl die bodennahe Kaltluft nicht
überall ausgeräumt, so dass selbst tagsüber schon erhöhtes Glatteisrisiko
besteht. Im Vorfeld können aber durchaus regional auch 5 bis 10 cm Neuschnee
fallen. In der Nacht zum Dienstag kommen die Niederschläge nach Osten voran,
wobei dort die Regenphase immer weniger bedeutend sein wird. Dafür kann es
verbreitet kräftig schneien. Lediglich im Südosten besteht noch höheres
Glatteisrisiko.
Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach
Süden aus, im Gegenzug weitet sich von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken zu
uns aus, der seinen Vorgänger ersetzt. Das Bodenhoch zieht sich weiter nach
Osteuropa zurück. Wir liegen dann in einer südwestlichen Strömung mit bodennahem
Südwind, mit dem immer mildere Luft zu uns gelangt. Südwestlich der Elbe steigt
in 850 hPa die Temperatur auf über -2°C (mit +4°C im Südwesten) und es wird auch
bodennah deutlich milder. Im Nordosten bleibt es noch bei Dauerfrost. Eine
weitere vom Südosten bis zur Mitte ziehende Front bringt nur noch Regen. Auch
wenn der Frost teils noch im Boden steckt, sollt aufgrund der starken Milderung
Glatteis kein Thema sein. Allerdings kann nach Abzug der Front in der Nacht zum
Mittwoch bei Wolkenauflockerungen gefrierende Nässe ein Thema sein.
Am Mittwoch verabschiedet sich der Höhenrücken schon wieder allmählich nach
Osten und ein neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront greift über.
Diese bringt etwas Regen, aber erwärmte Polarluft, so dass keine markante
Abkühlung stattfindet. Ganz im Gegenteil, mit Winddrehung auf Südwest wird auch
im Nordosten der letzte Kaltluftrest ausgeräumt. Dort sowie im Südosten kann es
aber noch einmal Glatteis geben.
Am Donnerstag bildet sich in der südwestlichen Höhenströmung auf der Vorderseite
des atlantischen Troges ein neuer Rücken bei uns. Bei uns wird leichter
Zwischenhocheinfluss wetterwirksam und von Süden können die Wolken etwas
auflockern. Auch im trüben Norden bleibt es meist trocken und die Milderung
setzt sich fort.
Im weiteren Verlauf bleiben wir auf der Vorderseite des atlantischen Troges,
dann meist wieder in südlicher Strömung. Die niedertroposphärische Luftmasse ist
zwar mild, allerdings wird es in den östlichen Landesteilen teils wieder gering
bewölkt sein, so dass die Temperatur vor allem nachts wieder deutlich
zurückgeht. Im Westen bleibt es dagegen unbeständig und milder.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle Lauf des IFS zeigt bis nächsten Donnerstag grob die gleiche
Entwicklung wie seine beiden Vorgängerläufe, allerdings lohnt sich ein Blick in
die Details. So greift die erste Warmfront am Montag (eigentlich Okklusion) beim
jüngsten Lauf deutlich schneller auf Deutschland über und zieht bis zur Nacht
zum Dienstag schon bis in den Nordosten. Die gestrigen Läufe waren hierbei
langsamer, insbesondere der 12-UTC-Lauf. Das zeigt sich noch mehr bei der
zweiten Warmfront am Dienstag. Nach den gestrigen Läufen sollte sich da im
Nordosten noch einmal die Kaltluft regenerieren. Insbesondere die Kaltfront, die
der jüngste Lauf am Mittwoch zeigt, sollte bei den gestrigen Läufen nicht so
richtig in Gang kommen. Das Resultat der atlantischen Angriffe am Donnerstag ist
bei den beiden 00-UTC-Läufen das gleiche. Beim gestrigen 12-UTC-Lauf liegt
dagegen im Nordosten immer noch die Kaltluft.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen im
Mittelfristzeitraum eine recht ähnliche Entwicklung. Allerdings geht der Angriff
der Warmluft von Südwesten und Westen in unterschiedlicher Geschwindigkeit
vonstatten. GFS ist dabei am forschesten, auch GEM ist recht forsch. IFS und
UKMO spielen eher so im Mittelfeld, während ICON am längsten braucht, um überall
die Kaltluft wieder auszuräumen, nämlich bis Donnerstag. Am markantesten dürfte
aber die erste Okklusion am Montag und in der Nacht zum Dienstag ausfallen,
insbesondere weil an dieser die stärksten Niederschläge gerechnet werden.
Diesbezüglich sind die Modelle sich auch einig. Allerdings wird das Timing doch
sehr unterschiedlich simuliert. So sieht UKMO den Niederschlag am Montagabend
schon über der östlichen Mitte, während dieser bei IFS gerade erst übergreift.
Bis Dienstagmorgen ist bei UKMO schon ein erstes starkes Schneefallgebiet über
den Nordosten gezogen, während bei den anderen Modellen die Front im Nordosten
kaputt geht. Nach den anderen Modellen soll sich eher ein
Niederschlagsschwerpunkt im Süden entwickeln mit hoher Glatteisgefahr.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf fünf
verschiedene Cluster, die zum Donnerstag deutliche Unterschiede aufweisen und
teilweise bei uns mit Trögen, teils mit Rücken aufwarten. Die spannendere Frage
wird aber sein, ob sich die Kaltluft restlos vertreiben lässt oder nicht, da
gerade am Rande der Kaltluft das meiste markante Wetter zu erwarten ist. Hierbei
hilft ein Blick auf den Bodendruck. Daran kann man erkennen, dass bei den
Clustern 1 (16 Mitglieder, Kontrolllauf, Hauptlauf) und 3 (10 Mitglieder) der
Wind auf Südwest gedreht hat und damit die Milderung im Nordosten angekommen
sein sollte, wobei dies bei Cluster 1 sehr knapp ist und sich im Norden noch
Südostwind andeutet. Bei Cluster 4 (7 Mitglieder) hat der Wind auf West gedreht.
Cluster 2 (14 Mitglieder) lässt dagegen den Trog im Osten nicht abziehen und der
Wind weht noch in größeren Landesteilen aus Ost. Demnach würde es in größeren
Landesteilen noch kalt bleiben. Cluster 5 zeigt hingegen ein Hoch über
Osteuropa, so dass bei Südostwind ebenso ein Ausräumen der Kaltluft ausbleiben
würde. Nach diesem Szenario dürfte es in der Osthälfte bei Hochdruckeinfluss
tagsüber milder werden, aber weiter mit recht frostigen Nächten. Das Ensemble
verspricht also für den Osten und vor allem Nordosten weiterhin Unsicherheit.
Blicken wir in den Zeitraum ab Freitag, so fallen bei allen drei Clustern hohes
Potential über Fennoskandien auf (teils sehr weit im Norden) und Tröge knapp
westlich von uns. Damit liegt Mitteleuropa weiterhin in einem Bereich, in dem
milde Luft aus Südwesteuropa und kalte Luft aus Osteuropa zusammentreffen
können.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen überall einen
starken Geopotentialanstieg von Samstag bis Dienstag und dann ein recht
konstantes Niveau bei mäßiger Streuung. Auch bei den Temperaturen in 850 hPa
geht es rasch nach oben, wobei im Südwesten die Streuung etwas geringer ist und
der Anstieg deutlich schneller. Dort wird teilweise schon am Montagabend die
Nullgradmarke durchstoßen. Im Nordosten geht es langsamer und vor allem mit
größerer Unsicherheit. Die Mehrheit der Läufe pendelt sich ab Mittwoch um 0°C
sein, wobei es bis Donnerstag noch Ausreißer bis unter -10°C ab. Im Südwesten
gibt es kaum noch Ausreißer in den richtig kalten Bereich, wobei natürlich
festgestellt werden muss, dass es bei Hochdruckeinfluss durchaus bodennah noch
kalt bleiben kann. Auf jeden Fall gibt es aber ab Mitte nächste Woche keine
Anzeichen mehr für die Rückkehr hochreichend kalter arktischer Luftmassen.
Niederschlagssignale finden sich durchaus reichlich.
Die Rauchfahnen des GFS zeigen in allen Landesteilen bei der Mehrheit der
Ensembles einen noch schnelleren Anstieg der Temperaturen als beim IFS.
Allerdings gibt es einsame Einzelmitglieder, die immer noch im tiefwinterlichen
Bereich um -10°C in 850 hPa zu verbleiben. Vielleicht sind diese absichtlich so
programmiert, um winterlüsterne Meteorologen bei Laune zu halten.
Das Fazit: Das Ende des Winterwetters setzt sich nächste Woche peu à peu
nordostwärts durch. Dabei ist insbesondere zu Beginn der Woche eine markante
Schnee- und Glatteislage zu erwarten. Im Nordosten, Osten und Südosten besteht
die Möglichkeit, dass sich recht winterliche Witterung durchaus noch länger
hält, ggf. unter Hochdruckeinfluss in flacher bodennaher Schicht.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI:
Der EFI zeigt zu Beginn der Mittelfrist ein starkes Kältesignal über großen
Teilen Deutschlands, insbesondere in den Küstennahen Regionen
Nordwestdeutschlands.
Ansonsten liefert der EFI im Wochenverlauf keine Signale mehr.
Schnee:
An den Alpen und im Schwarzwald gibt es am Sonntagvormittag noch Hinweise
seitens des IFS-EPS auf ein auslaufendes Schneefallereignis. Dabei sind
24-stündig an den Alpen 10 cm wahrscheinlich, im Allgäu und im Schwarzwald über
20 cm.
Am Montag und in der Nacht zum Dienstag sind von West nach Ost nach IFS-EPS
durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee wahrscheinlich, mehr als 10 cm Neuschnee aber nur
an den Alpen. Da der Niederschlag aber oft innerhalb von 6 Stunden fallen soll,
kann es durchaus ein markantes Ereignis werden.
Glatteis:
Mit der ersten Front ist von Südwest nach Nordost nach den Schneefällen Glatteis
möglich. Vor allem im Südosten besteht auch Unwettergefahr. Im weiteren Verlauf
ist bei den Folgefronten vor allem im Nordosten und im Südosten wieder Glatteis
möglich, dann allerdings bei viel geringeren Niederschlagsintensitäten.
Aufpassen muss man zum Ende der Frostperiode auch wegen gefrierender Nässe, da
es bei Aufklaren am Abend bei noch nasser Straße sehr schnell glatt werden kann.
Sturm:
Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS am Montag, Mittwoch und Donnerstag
im Nordseebereich (oftmals ablandig), am Montag auch im westlichen Bergland.
Ansonsten spielt Wind in der Mittelfrist nicht die größte Rolle.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann
Quelle: Deutscher Wetterdienst
