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Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten
Luftdruck - Fronten - Wetter |
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Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.
SXEU31 DWAV 291800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 29.11.2025 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
An der Nordsee zeitweise stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... herrscht in großen Landesteilen Zwischenhocheinfluss, gestützt durch
eine antizyklonale südwestliche Höhenströmung und der Hochdruckzone mit
Schwerpunkt vom Alpenraum ins östliche Mitteleuropa. Dabei ist vielfach milde
Luft wetterbestimmend, lediglich im Südosten regeneriert sich die kalte
Grundschicht und es gibt leichten Frost, örtlich Glätte und dichten Nebel. Wobei
letzterer auch über der Mitte der feuchten, aber nicht ganz so kalten Luft
auftreten dürfte.
Vor einem sich über die Nordsee und Frankreich nähernden Trog liegt
entwicklungsgünstig ein Tief, dass sich zum Sturmtief mausert und von 1000 auf
knapp unter 990 hPa vertieft. Es zieht in die zentrale Nordsee, sein
aufkommendes Sturmfeld bleibt aber abseits Deutschlands, für die Nordsee kommen
im Laufe der Nacht Böen 7 aus Süd bis Südwest auf. Helgoland und Sylt vielleicht
8 Bft.
Die Kaltfront des Tiefs greift mit Regen im Laufe der Nacht auf den Westen und
Nordwesten über. Bei T>0°C passiert Glättetechnisch nichts, nur über Südbaden
spendiert ICON marginale Signale für Glatteis, die aber hier verworfen werden.
Sonntag ... zieht das Sturmtief zum Skagerrak und hat derweil unter dem Trog
gelegen den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht. Das Maximum des Sturms bleibt
über der Nordsee, allerdings reicht es auch über der Deutschen Bucht, auf den
Inseln und vor allem an der nordfriesischen Küste bei auf West drehendem Wind zu
stürmischen Böen bis Sturmböen 8 bis 9 Bft. Auch schwere Sturmböen sind auf
Helgoland und Sylt nicht ausgeschlossen.
An der westlichen Ostseeküste sind einzelne 7/8 Bft ebenfalls nicht
ausgeschlossen, sonst spielt der oft ablandige Wind keine große Rolle.
Die Kaltfront überquert dabei mit leichtem Regen die größten Teile Deutschlands
ostwärts. In der dahinter einströmenden erwärmten Meereskaltluft sinkt die
Temperatur in 850 hPa bis -5°C. Im Hochschwarzwald (>1000m) geht der Regen
abends in Schnee über, es akkumuliert sich aber nichts. Der äußersten Osten und
Südosten wird vom Niederschlag noch nicht erreicht. Mangels Durchmischung werden
in Teilen Bayerns kaum 3 oder 4°C erreicht, sonst ist es mild mit teilweise um
10°C.
In der Nacht zum Montag füllt sich das Tief über Südschweden langsam auf, und
die Kaltfront schwenkt nach Osten durch. Der Regen kann im Südosten (SE Bayern)
stellenweise in bodennah kalter Luft gefrieren und geht nachfolgend in Lagen
oberhalb 1000m in den Alpen und in Hochlagen des Bayerwaldes in Schnee über.
Weder die (sehr lokale) Glatteislage, noch die Schneeakkumulation stellen sich
als irgendwie Gravierend dar. Bei auffächerndem Druckgradienten lässt der Wind
an den Küsten nachts nach. In weiten Landesteilen stellt sich erneut schwacher
Hochdruckeinfluss ein, im Süden und der Mitte mit Nebel. Vor allem im
Mittelgebirgsraum gibt es leichten Frost, vereinzelt Glätte.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... gibt es zu den Vorläufen keine nennenswerten Änderungen. Für die
Entwicklung behalten die Aussagen der Frühübersicht ihre Gültigkeit.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle simulieren ähnlich. Die Hinweise auf Glätte in der Nacht zu Montag
in SE Bayern sind auch in ENS sehr schwach.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 29.11.2025 um 10.30 UTC
Meist ruhiges Spätherbstwetter: im Südosten Hochdruckeinfluss meist neblig-trüb,
nur gelegentlich Sonne, im Nordwesten streifende Fronten mit vielen Wolken und
mildes Wetter.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 06.12.2025
Der gesamte Mittelfristzeitraum ist geprägt von einem relativ hohen Geopotential
über Osteuropa und Russland, das atlantische Tröge weitgehend blockiert und dazu
führt, dass diese bevorzugt in den Mittelmeerraum abtropfen. Deutschland
befindet sich damit überwiegend an der Trogvorderseite in einer südlichen
Höhenströmung, während bodennah eher Hochdruckeinfluss vorherrscht.
Am Dienstag kommt es über Westeuropa zu einer markanteren Austrogung, wodurch
wir deutlicher auf die Trogvorderseite gelangen und der Höhenwind auf Süd dreht.
Die Warmfront des Tiefs zieht nach Nordosten ab, während die Kaltfront den
Westen erreicht und dort zunehmend ins Schleifen gerät. Insgesamt setzt sich
eine sehr milde Luftmasse mit Temperaturen von meist +2 bis +6 °C in 850 hPa
durch. Dabei ist es im Südosten - abgesehen von zähen Hochnebel- und
Nebelfeldern - recht freundlich, nach Westen hin jedoch überwiegend stark
bewölkt.
Am Mittwoch tropft der Trog über Westeuropa in den westlichen Mittelmeerraum ab;
bei uns etabliert sich weiterhin eine Südlage mit milder Luft. An den Alpen
stellt sich allenfalls schwacher Föhn ein. Die Kaltfront schleift weiter über
dem Westen, bleibt aber weitgehend wetterunwirksam und bringt hauptsächlich
dichte Bewölkung. In der Osthälfte kann es teils freundlich auflockern, teils
ist jedoch mit anhaltendem, teils dichtem Nebel zu rechnen.
Am Donnerstag nähert sich vom Nordatlantik der nächste Trog, der auf dem Weg
nach Osten von einem Keil blockiert wird. Dadurch verkürzt sich seine
Wellenlänge und er zeigt erneut eine Tendenz zum Abtropfen in den westlichen
Mittelmeerraum. Für Deutschland bedeutet dies nur geringe Wetteraktivität: Die
Kaltfront erhält kaum dynamische Unterstützung und weist zunehmend
Auflösungstendenzen auf. Abseits der Kaltfrontbewölkung kann es zeitweise sonnig
sein, während in den Niederungen häufig tiefe Bewölkung dominiert.
Am Freitag tropft der Trog nach Süden ab, und das daraus entstehende Höhentief
zieht bis nach Algerien. Über Deutschland schwenkt lediglich ein Trogresiduum
hinweg, das kaum wetterwirksam ist. Dabei bleibt es weitgehend trocken, und
verbreitet hält sich tiefe Bewölkung.
Am Wochenende bleibt die großräumige Konstellation grundsätzlich erhalten, das
Strömungsmuster verschiebt sich jedoch etwas nach Osten. Dadurch geraten wir
zunehmend in den Einflussbereich eines sich stetig regenerierenden
Langwellentroges, der jedoch weiterhin milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum
heranführt. Eine markante Abkühlung ist daher weder im Flachland noch im
Bergland zu erwarten. Gleichzeitig zieht sich der Hochdruckeinfluss nach Osten
zurück, sodass auch die Frontensysteme der westeuropäischen Tiefdruckgebiete
wieder auf Deutschland übergreifen können. In der Folge bleibt es überwiegend
bewölkt und unbeständig.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die jüngsten Läufe des IFS zeigen bis zur Wochenmitte eine weitgehend
konsistente Entwicklung. In der zweiten Wochenhälfte treten zwar Unterschiede
zwischen den Modelllösungen auf, diese sind jedoch voraussichtlich nur von
geringer prognostischer Relevanz. Insgesamt erscheint es weiterhin recht
wahrscheinlich, dass sich bis Samstag das gestern skizzierte Muster fortsetzt:
im Nordwesten milderes, überwiegend bewölktes und leicht unbeständiges Wetter,
im Südosten dagegen kälteres Wetter mit einem Wechsel aus sonnigen Abschnitten
und zähem Nebel. Markante Wettergefahren wie ergiebige Niederschläge, Schnee,
Glätte, Sturm oder strenger Frost sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden Modellläufe zeigen bis einschließlich Donnerstag eine
weitgehend ähnliche Entwicklung. Ab Freitag nehmen die Unterschiede zwischen den
Modellen jedoch deutlich zu. Zwar bleibt die großräumige Grundkonstellation -
mit einem Hochdruckgebiet über Nordosteuropa und von Westen heranlaufenden
Tiefdrucksystemen - bestehen, doch weichen die Szenarien im Detail zunehmend
voneinander ab.
ICON lässt den Trog früher abtropfen und zeigt die Ausbildung einer
Potenzialbrücke über Mitteleuropa. IFS und GFS hingegen simulieren das
Durchschwenken eines Trogresiduums, das nachfolgend den Weg für weitere
atlantische Tröge freimacht.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen nach einem Minimum von
Geopotential und Temperatur am Montag einen vorübergehenden Anstieg beider
Kurven. Anschließend schwankt die Temperatur nur noch geringfügig auf einem
insgesamt hohen Niveau (T850 deutschlandweit meist über 0 °C). Ab Freitag nimmt
allerdings die Streuung deutlich zu, während der Schwerpunkt der Ensemblekurven
nahezu unverändert bleibt. Beim Geopotential zeigt sich ein langsamer Rückgang;
zum Freitag und Samstag nimmt auch hier die Streuung stark zu, was auf eine hohe
Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Progression des Troges hinweist. Die
Niederschlagssignale bleiben in der kommenden Woche insgesamt schwach und nehmen
von Nordwesten nach Südosten ab.
Die IFS-Clusteranalyse verteilt sich im Zeitraum t+72-96 h auf sechs Cluster.
Alle Szenarien zeigen einen Trog über Westeuropa sowie hohes Geopotential über
Osteuropa, wobei die Trogprogression insgesamt verlangsamt erscheint. Im
Zeitraum t+120-168 h ergeben sich zwei Cluster; Haupt- und Kontrolllauf liegen
im Cluster 2. Dieses Szenario zeigt ein Blocking über Nordosteuropa und
gleichzeitig eine hohe atlantische Aktivität, wobei die Tröge bevorzugt in den
Mittelmeerraum abtropfen, anstatt über Mitteleuropa hinwegzuziehen.
In der erweiterten Mittelfrist werden vier Cluster angeboten: Zwei deuten auf
eine ostwärtige Progression der Tröge hin, wodurch Deutschland zunehmend in
deren Einflussbereich gelangt. Die beiden anderen Cluster lassen ein stärker
ausgeprägtes Blocking im Osten erkennen, sodass die Tröge eher zum Abtropfen
tendieren, anstatt ostwärts durchzuschwenken.
Fazit:
Es zeichnet sich für Deutschland überwiegend ruhiges, spätherbstliches Wetter ab
- mit nur wenig Wetteraktivität und für die Jahreszeit relativ milden
Temperaturen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Für den mittelfristigen Zeitraum werden derzeit keine signifikanten
Wettererscheinungen prognostiziert.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta
Quelle: Deutscher Wetterdienst
