Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Donnerstag, 01. Januar 2026 • 12:19:04 (UTC+1)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 010800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 01.01.2026 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Hoch Nordmeer zyklonal (HNz), Tendenz zu Trog Mitteleuropa (TrM)

Wetter: Ja, und davon jede Menge. Graupelgewitter in Seenähe, potentiell mit
schweren Sturmböen. Sonst oftmals stürmische Böen, auf den Bergen schwerer Sturm
bis Orkan. Schneeschauer, mit Potential zu kleinräumig markanten
Neuschneemengen, im Bergland Schneeverwehungen.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
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Am heutigen Neujahrstag... liegt ein Höhenrücken über Südwesteuropa, der über
eine Brücke zu einem Höhenhoch westlich Islands verbunden ist. Dieses stützt
auch ein kräftiges Bodenhoch (Jasmin). An dessen Ostflanke stößt arktische Luft
südwärts vor, der zugehörige Langwellentrog weitet sich von Norden her Richtung
Deutschland aus und erreicht gegen Abend mit Temperaturen unter -35°C die
Nordsee. Bodennah bestimmt ein Sturmtief (Tizian, int. Anna) das
Wettergeschehen, welches sich heute aus dem Raum Oslo langsam Richtung
Südschweden bewegt, wobei im Lee der norwegischen Gebirge im Laufe des Tages ein
Randtief an der Südspitze Norwegens entsteht.

Die bei uns liegende Luftmasse ist relativ kalt mit 850-hPa-Werten zwischen 0°C
im Süden und -6°C im Norden. Ab dem Vormittag greift die Kaltfront von Tizian
auf den Norden über und zieht im Laufe des Tages über Nordhälfte Deutschlands
hinweg südostwärts. Sie ist in der unteren Troposphäre thermisch kaum aktiv,
selbst in 850 hPa ist kaum ein Temperaturgradient auszumachen. Sie macht sich
aber durch den Vorstoß von Höhenkaltluft bemerkbar. Dies führt in der Nordhälfte
des Landes zu einer Labilisierung der Atmosphäre, so dass es in Verbindung mit
einem kräftigen Gradienten am Südrand von Tizian im Tagesverlauf in der
Nordhälfte zunehmend zu stürmischen Böen um 70 km/h kommt. In 850 hPa ist
insbesondere im Vorfeld der Front ein Low-Level-Jet auszumachen, in welchen
Windspitzen über 100 km/h erwartet werden, so dass insbesondere exponierte Lagen
Norddeutschlands auch Sturmböen oder schwere Sturmböen erwarten können. Auf dem
Brocken und Fichtelberg können es auch orkanartige Böen sein. Auch über der
Nordsee bringt der kräftige Gradient und die über dem Wasser besonders labile
Schichtung Sturmböen, auf freier See auch schwere Sturmböen aus Südwest. Mit dem
kräftigen Wind kommt es insbesondere im Erzgebirge bei den schon gefallenen
Schneemengen zu Schneeverwehungen (ab 600 m Unwetter).

Mit der Kaltfront ist auch ein kräftiges Schauerband verbunden, das ab dem
Vormittag in den Norden hereinziehen soll, nach ICON-D2 und ICON-RUC aber
relativ schnell zerfleddern soll, womit aber rückseitig dann starke Schauer
aufleben sollen. An beide Systeme gekoppelt sind durch vertikalen
Impulstransport auch schwere Sturmböen im Binnenland vorstellbar. Dies geben
aber weder die hoch aufgelösten deterministischen Modelle noch die Ensembles
bisher her. Mit der insbesondere von der See her auch bodennah labilisierten
Luftmasse kann es an den Schauern auch einzelne Gewitter geben, vor allem über
dem Wasser, aber durchaus auch bis ins norddeutsche Binnenland hinein. Zumindest
an diesen sollte die Möglichkeit schwerer Sturmböen in den Warnungen erwähnt
werden.

Richtung Süddeutschland frischt der Wind auch spürbar auf, allerdings weht er
dort im Flachland meist mäßig mit frischen Böen, nur auf dem Bergen wird es
ebenso stürmisch wie im Norden. Zudem scheint südlich des 49. Breitengrades
heute länger die Sonne und es ziehen meist nur hohe Wolkenfelder über den
Himmel. Im Norden und in der Mitte bleibt hingegen der Himmel meist dicht
bewölkt. Die kräftigen Schauer an der Kaltfront können mitunter schon im
norddeutschen Binnenland teils bis ganz runter als nasser Schnee fallen,
vielleicht kann sich dort vorübergehend mal Matsch bilden. Ansonsten fällt im
Norden nur Regen. Nach Süden hin schwächt sich der Regen zwar bezüglich der
Intensität deutlich ab, geht aber zunehmend in Schnee über. Während im Flachland
tagsüber dort wohl kein Schnee liegen bleibt, kann er ab dem Nachmittag von der
Eifel über das Sauerland und Weserbergland bis zum Harz in Höhen ab etwa 200 bis
300 m allgemein liegen bleiben. Zum Abend hin greifen leichte Schneefälle dann
auch noch südwärts bis zur Rhön und dem Frankenwald aus.

Die Höchsttemperaturen liegen heute in Höhenlagen ab 400 bis 700 m allgemein im
Dauerfrostbereich, sonst werden es meist +1 bis +4°C. Ganz im Nordwesten wird es
mit etwa +6°C noch deutlich milder.

In der Nacht zum Freitag zieht Tief Tizian langsam weiter in die Region um
Gotland. Interessanter für uns ist das Randtief, das aus dem Skagerrak über
Jütland und Seeland nach Schonen zieht. An seiner Südwestflanke kommt es zu
einer markanten Gradientverschärfung, so dass der westliche Wind vor allem in
einem Streifen von Nordfriesland bis Fehmarn und später Rügen noch einmal
deutlich auflebt. In diesen Regionen sind zumindest in Küstenbereichen mit
auflandigem Wind schwere Sturmböen zu erwarten, nach ICON wären insbesondere auf
Sylt, Fehmarn und vom Darß bis Rügen auch orkanartige Böen nicht auszuschließen.
Im Binnenland Schleswig-Holsteins kann es zumindest für Sturmböen um 75 km/h
reichen. Ansonsten nimmt der Wind im Norden etwas ab, weht aber immer noch mit
steifen, örtlich auch stürmischen Böen bis ins Binnenland hinein. Diese
Windstärken sind auch allgemein in mittleren bis höheren Lagen der Mittelgebirge
bis nach Süddeutschland hinein zu erwarten. Auf dem Fichtelberg kommt es
weiterhin zu orkanartigen Böen, auf dem Brocken lebt der Wind sogar noch etwas
auf, so dass in der Nacht auch Orkanböen zu erwarten sind. Auf den exponierten
Gipfeln Süddeutschlands gibt es schwere Sturmböen.

Schauerartige Schneefälle ziehen in der Nacht bis in den Süden Deutschlands
hinunter, lediglich im Alpenvorland sollte es noch trocken bleiben. Bei -6°C in
850 hPa wird wohl abgesehen vom Küstenumfeld in den Schauern meist Schnee
fallen, der aber bei guter Durchmischung in den tieferen Lagen nicht lange
liegen bleibt, aber immerhin kurzfristig für Matsch sorgen kann. In der Fläche
fallen meist nur 1 bis 2 l/qm Niederschlag, allerdings kristallisieren sich zwei
Schwerpunkte heraus. Zum einen wird mit 500-hPa-Temperaturen unter -35°C die
Luftmasse im Norden weiter labilisiert, so dass es insbesondere an der See zu
wiederholten und starken Schauern kommt, dort sind auch weiterhin Gewitter
möglich. Bei kräftigen Schauern kann auch dort mal etwas Schnee im Binnenland
liegen bleiben. Zum anderen soll sich ein Schauerstreifen ausbilden, der aus
Richtung der Niederlande Richtung NRW und Thüringen gerichtet ist. Dort können 5
bis 10 l/qm, in Staulagen auch bis zu 15 l/qm fallen. Insbesondere in den dort
getroffenen Bergländern (z.B. Sauerland oder Harz), sind somit
Neuschneeakkumulationen über 10 cm, vereinzelt auch über 15 cm möglich. Aktuell
lässt sich der Streifen noch nicht genau lokalisieren, allerdings müsste in den
betroffenen Regionen eine Ocker-Schneefallwarnung ausgegeben werden. Zudem
kommen mit dem Wind in höheren Lagen auch noch Schneeverwehungen.

Im zentralen Bergland dürfte die Temperatur oberhalb etwa 300 m wohl allgemein
in den Frostbereich sinken, im Süden dürfte die Frostgrenze wohl eher bei 500 m
liegen. Darunter liegen die Tiefstwerte meist knapp über dem Gefrierpunkt,
können aber bei starken Schneeschauern auch mal bei 0°C liegen. Nur unmittelbar
an der See liegen die Tiefstwerte bei 2 bis 3°C im Plusbereich.

Am Freitag... zieht das nach wie vor kräftige Sturmtief Tizian langsam ostwärts
bis vor die Küste Lettlands. Auch das Randtief zieht ostwärts ab, an seiner
Westflanke dringt aber eine weitere Kaltfront nach Süden vor. Sie erreicht bis
zum Abend die nördliche Mitte mit einem Windsprung von West auf Nordwest und
weiteren schauerartigen Schneefällen. Auf ihrer Rückseite fließt jetzt die
arktische Luftmasse mit -8 bis -10°C in 850 hPa ein. Auch in der mittleren
Troposphäre dringt die Kaltluft nach Süden vor: In 500 hPa erreicht die
-35°C-Isotherme das Alpenvorland.

Mit der Kaltfront ist in der Norddeutschen Tiefebene noch einmal eine
Windauffrischung bis in den Bereich stürmischer Böen zu erwarten, bis an die
Mittelgebirgsschwelle zumindest in den Bereich steifer Böen. An der Nordsee
kommt es nach vorübergehender Windabschwächung mit einem weiteren Randtrog noch
einmal zu Böen bis um 90 km/h (Sturmböen/schwere Sturmböen) aus Nordwest, vor
allem an der Ostfriesischen Küste. Außerhalb davon geht der Wind an den Küsten
meist auf steife bis stürmische Böen zurück. Im gesamten Mittelgebirgsraum und
im höheren Alpenvorland muss auch am Freitag wieder mit steifen bis stürmischen
Böen gerechnet werden. Bei Sturmböen bis schweren Sturmböen bleibt es im
exponierten Bergland. Auf dem Brocken schwächt sich der Sturm leicht ab in den
Bereich orkanartiger Böen.

Schauerartige Schneefälle erreichen im Tagesverlauf auch die Alpen und beginnen
sich dort zu stauen. Das Schneefallgebiet an der Kaltfront im Norden wurde schon
erwähnt. Auch rückseitig davon fallen Schneeschauer bis in tiefe Lagen,
insbesondere in Seenähe durch die weitere Labilisierung der unteren Troposphäre
auch kräftig. Dabei können auch nochmal vereinzele Gewitter mit von der Partie
sein. Dort im Norden treten dann auch die höchsten Niederschlagssummen auf, die
streifenweise 5 bis 10, lokal auch bis 15 l/qm erreichen können. Da dieser
Niederschlag zumindest teilweise als nasser Schnee in kräftigen Schauern fällt,
muss zumindest vorübergehend auch mal mit Schneeakkumulation von einigen
Zentimetern gerechnet werden. Ansonsten fällt deutlich weniger Niederschlag, in
der großen Fläche meist unter 2 l/qm. Dabei kann es aber bis in tiefere Lagen
vorübergehend mal matschig werden oder eine dünne Schneedecke geben. An der
genannten Kaltfront dürften teilweise 2 bis 5 l/qm Niederschlag fallen, zudem
deuten sich weitere Schauerstraßen von den Niederlanden und Belgien her an, die
dem westlichen und zentralen Bergland regional Niederschlagssummen von 5 bis 10
l/qm, teilweise auch mehr bringen. Allgemein darf man im Bergland ab etwa 300 m
auf die Akkumulation von wenigen Zentimetern Neuschnee (vielleicht 1 bis 3 cm)
zählen, kleinräumig können es aber durchaus auch 5 bis 10 cm sein, lokal in
höheren Lagen auch noch etwas mehr. Dabei dürften aber die genau betroffenen
Regionen erst recht kurzfristig vorher auszumachen sein und sollten dann auch
entsprechend mit Ocker-Warnungen versehen werden. Zudem muss in den Regionen, in
denen sich schon einige Zentimeter Schnee akkumuliert haben, bei dem oben
erwähnten Wind, mit Schneeverwehungen gerechnet werden. Diese laufen im
Erzgebirge eh schon durch, aber auch im westlichen Bergland sollte zumindest
oberhalb von 600 m daran gedacht werden.

Allgemein darf nämlich in Lagen ab etwa 500 bis 700 m auch am Freitag wieder mit
Dauerfrost gerechnet werden. In den Tieflagen werden allgemein noch einmal 2 bis
4°C erreicht, im Nordwesten ist es auch noch milder. Allerdings darf man davon
ausgehen, dass bei kräftigen Schauern die Temperatur auch mal deutlich absinkt.

In der Nacht zum Samstag schwenkt der oben erwähnte Bodentrog über den Nordosten
Deutschlands hinweg und sorgt vor allem von Niedersachsen bis Sachsen noch für
lebhaften Wind mit steifen Böen. An der Ostsee gibt es noch recht verbreitet
stürmische Böen aus Nordwest, in exponierten Lagen Sturmböen. Ansonsten lässt
der Wind in der Nacht zum Samstag mit Gradientabnahme deutlich nach und ist im
Flachland nicht mehr warnwürdig. Auch auf den höheren Bergen lässt der Wind
langsam etwas nach, allerdings kann es in exponierten Lagen noch länger
Sturmböen geben, auf dem Brocken schwere Sturmböen.

Gebietsweise kommt es zu Schneeschauern, die aber tendenziell nachlassen. Bei
verbreitetem Frost kann bis in tiefe Lagen etwas Schnee liegen bleiben, in den
Mittelgebirgen fallen in der Nacht punktuell noch wenige Zentimeter. Dort kann
es im höheren Bergland immer noch für leichte Schneeverwehungen reichen. Zwar
wird es bezüglich der Kriterien grenzwertig, allerdings dürfte bei etwa -5°C in
den höheren Lagen der Schnee sehr leicht verwehen. In der zweiten Nachthälfte
sorgt dann ein neuer Bodentrog wieder für auflebende Schneeschauer von
Nordwesten her. An den Alpen fallen bis zum Morgen flächendeckend etwa 5 bis 15
cm Neuschnee, in den Weststaulagen der Allgäuer Alpen können es durchaus auch 30
cm Neuschnee werden.

Bei verbreitet leichtem Frost zwischen 0 und -4°C ist flächendeckend mit
Glättegefahr zu rechnen. Oberhalb 500 bis 600 m sinkt die Temperatur oftmals in
den mäßigen Frostbereich.


Der Samstag... wird heute aufgrund der komplexen Wetterlage noch nicht
beschrieben.

Modellvergleich und -einschätzung
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Zwar wird die synoptische Lage recht übereinstimmend simuliert, im Detail gibt
es aber noch größere Modellunterschiede. Dies betrifft den:
Wind: Auch wenn bis morgen Mittag die Druckgradienten recht übereinstimmend
simuliert werden, zeigt ICON an dem Bodentrog kommende Nacht etwas mehr Wind.
Überraschend ist auch, dass die EPS-Verfahren und auch die
konvektionserlaubenden Modelle an den Gewittern heute nicht mehr Wind
simulieren. UK10 zeigt am Freitagabend einen markanten Bodentrog im Norden
Deutschlands, den andere Modelle nicht im Programm haben. Ein neuer Bodentrog
taucht bei diesem Modell am Samstagvormittag auf. ICON, IFS und GFS zeigen
dagegen am Samstagnachmittag wieder einen markanten Bodentrog von der Nordsee
her. Jeder dieser Tröge ist potential mit markantem Wind verbunden.

Schnee: Aufgrund der labilen Lage fällt der Schnee überwiegend konvektiv, so
dass es deutliche Unterschiede zwischen den Globalmodellen und den
konvektionserlaubenden Modellen gibt. Zwar sollten letztere die Situation
realistischer wiedergeben, aber ob die Niederschlagsspitzen realistisch sind,
muss sich noch zeigen. Zudem werden Schauerbändern in unterschiedlichen
Positionen gezeigt, so dass Schneefallwarnungen im Voraus nur sehr grob
ausgegeben werden können (in der Fläche zu viel, in den Spitzen zu wenig), oder
man muss die Schneefallwarnungen ins Nowcasting verlegen, was Bürger und
Winterdienste aber dann ganz schön überraschen kann. Nicht leicht, die Lage,
zumal man ja keinen Winter mehr gewohnt ist...

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 31.12.2025 um 10.30 UTC



Winterlich mit Frost und regionalen Schneefällen. Entwicklung ab Mitte nächster
Woche sehr unsicher, aber wahrscheinlich keine durchgreifende Milderung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 07.01.2026


Am Samstag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt nach IFS ein
monumentaler Höhenrücken über dem Atlantik mit einem Höhenhoch südwestlich von
Island. Dieser stützt ein Bodenhoch westlich Islands. Östlich davon findet
(erneut) ein Ausbruch polarer Kaltluft nach Mitteleuropa statt, so dass sich
dort ein Langwellentrog gebildet hat und in 500 hPa die Temperatur auf - 36 bis
-40°C zurück gegangen ist. In 850 hPa sind es meist -7 bis -11°C, so dass die
Schichtung auch labil ist. Ein kräftiges Tief liegt über der südlichen Ostsee
sorgt auch für böigen Südwestwind, der in der Nacht durch einen
hereinschwenkenden Bodentrog noch angefacht wird. Das Wetter wird von
wechselnder Bewölkung und Schneeschauern geprägt, die aber in der Norddeutschen
Tiefebene nur vorübergehend für eine Schneedecke sorgen. Ansonsten findet - wo
es schneit - Schneeakkumulation statt. Zu erwähnen ist auch noch ein
hochreichendes Tief südwestlich der Iberischen Halbinsel, das im Zusammenspiel
mit den übrigen Drucksystemen für ein "Viererdruckfeld" sorgt und die Entstehung
einer thermischen Front von den Pyrenäen über Norditalien bis zum Balkan sorgt.

Am Sonntag erreicht uns die kälteste Luft in der mittleren Troposphäre, im
Tagesverlauf schwenkt diese mit einem Kurzwellentrog nach Osten. In der Nacht
erreicht von Norden erneut ein Kurzwellentrog Deutschland mit Höhenkaltluft,
allerdings greift die Kaltluft nicht mehr so weit nach Süden aus, so dass es
dort stabilisiert. Schneeschauer fallen über dem Norden und der Mitte, im Süden
kann es teils recht sonnig sein. Das Tief über der Ostsee schwächt sich ab, so
dass auch der Wind schwächer wird, ein neues Tief über der Nordsee sorgt aber
weiterhin für spürbaren Wind. Bisher unerwähnt blieb das Temperaturniveau in 2
m, das meistens im leichten Frostbereich liegt. In der Nacht zum Montag kann es
dann im Süden vermehrt in den strengen Frostbereich gehen, in Alpennähe kann es
über Schnee auch unter -15°C abkühlen.

Am Montag schwenkt der nächste Kurzwellentrog mit Höhenkaltluft bis -42°C über
den Nordosten, auch im Süden kühlt es mitteltroposphärisch wieder ab. In 850 hPa
geht es allgemein auf -9 bis -12°C runter. Weitere Schneeschauer gibt es in der
Nordhälfte, dort gibt es tagsüber auch noch regional leichte Plusgrade.
Ansonsten herrscht Dauerfrost. Der Wind weht meist nur noch mäßig um West,
verstärkt sich aber in der Nacht zum Dienstag mit einem neuen, jetzt wieder
stärkeren Tief über der Nordsee wieder.

Am Dienstag soll der Trog nach Osten abziehen, eine neue Trogverstärkung nähert
sich aber schon von der Nordsee. Dazwischen lenkt das sich verstärkende Tief
über dem Skagerrak eine okkludierte Front in den Norden, die ab
Dienstagnachmittag Niederschläge bringen soll, die in der Nacht bis zur Mitte
vordringen. Bei kräftigem Südwestwind fällt ganz im Norden nur zu Beginn Schnee,
dann sollte die Phase in Nassschnee oder Regen übergehen. Zur Mitte hin sind
dagegen vor allem im Bergland auch Schneeverwehungen im Rahmen des Möglichen.

Am Mittwoch erreicht dann die oben erwähnte Trogverstärkung den Norden
Deutschlands mit wieder unter -35°C in 500 hPa. Die Niederschläge kommen bis in
den Süden voran, fallen aber dort trotz niedertroposphärischer Erwärmung wohl
meistens als Schnee, vor allem in den Mittelgebirgen mit Verwehungsgefahr. Im
Norden kommt es zu weiteren Schauern, die in sich wieder abkühlender Luftmasse
in Schnee übergehen. Spannend wird es in der Nacht zum Mittwoch, in der eine
Welle von Frankreich aufziehen soll, die in Südwestdeutschland stärkere
Schneefälle hervorrufen könnte.

Im weiteren Verlauf sieht IFS weiterhin vornehmlich Kaltluft über Deutschland,
allerdings eine markante Luftmassengrenze knapp südlich unseres Landes, die auch
mit milderer Luft zu uns hereinschwappen kann. Nach der Welle, die am Donnerstag
über uns hinwegziehen soll, wird am Freitag ein Sturmtief über Frankreich
berechnet, das in der Folge neue Niederschläge bringen könnte. Diese Lage könnte
insbesondere in der Südhälfte für Spannung sorgen: Ich nenne mal Begriffe wie
kräftige Schneefälle, Verwehungen, aber auch Regen (Tauwetter), Glatteis und
Sturm.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der aktuelle Lauf des IFS ist mit seinen beiden Vorgängerläufen bis Montag recht
konsistent. Der Dienstag unterscheidet sich von beiden Vorgängern vor allem
dadurch, dass der Trog schneller abziehen soll und sich von Norden schon der
nächste Trogvorstoß andeutet. Dies hat dann auch das oben beschriebene Sturmtief
über den Skagerrak mit seiner Okklusion im Programm, die dem Norden Niederschlag
und Wind bringen soll, was gestern noch nicht in den Prognosen war.

Dafür sind die Aufgleitschneefälle aus dem Osten, die der gestrige 00-UTC-Lauf
im Angebot hatte, nicht mehr im Programm. Auch ein nach Westdeutschland
ziehendes Tief des gestrigen 12-UTC-Laufs wird nicht mehr unterstützt. Deutlich
größer werden die Unterschiede am Donnerstag, an dem der gestrige 00-UTC-Lauf
noch auf persistente Kaltluft setzte und der gestrige 12-UTC-Lauf auf leichte
Milderung. Stattdessen wird jetzt auf die Bildung einer stärkeren Frontenzone
südlich unseres Landes und im Süden davon gesetzt, an der es zu Tiefentwicklung
kommen soll.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die heute vorliegenden deterministischen Globalmodelle unterschiedlicher
Wetterdienste zeigen bis Dienstag eine sehr ähnliche Entwicklung. Allerdings
wird ein neu aufziehendes Tief am Dienstag auf sehr unterschiedlichen Zugbahnen
berechnet, mal über Mittelskandinavien hinweg (ICON und UKMO), mal in den
Skagerrak (IFS), mal über Südschweden (GEM) oder sogar über Norddeutschland
(GFS).

In der Folge stellen sich sehr unterschiedliche Entwicklungen ein. Bei ICON und
GFS kommt es von Westen wieder zu einer allmählichen Milderung und die
Frontalzone etabliert sich wieder recht weit im Norden
(Großbritannien-Nordsee-Ostsee). Bei IFS und GEM bleiben wir dagegen eher auf
der kalten Seite mit einer Frontalzone eher über Frankreich, Deutschland und dem
Alpenraum. Bei dieser südlichen Westlage könnten Tiefs direkt nach Deutschland
hereinziehen oder knapp südwärts vorbeigeführt werden, so dass sich stärkere
Niederschläge aller erdenklichen Phasen, teils in Verbindung mit Wind einstellen
könnten.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das IFS-Ensemble verteilt sich im Zeitraum von Montag bis Mittwoch auf zwei
nahezu gleich große Cluster, die für Mitteleuropa auch zunächst keine
signifikanten Unterschiede aufweisen. Es wird durchgehend das Regime "Atlantic
Ridge" angezeigt, entsprechend dem starken Blocking über dem nahen Atlantik.
Spannender wird es ab Donnerstag. Dann werden fünf Cluster gebildet. Dabei
zeigen C1 und C4 (zusammen 23 Mitglieder, Hauptlauf, Kontrolllauf) einen
deutlichen Abbau des atlantischen Rückens, gleichzeitig verläuft die Frontalzone
und damit auch die Tiefdruckaktivität über unser Land hinweg, was für
niederschlagsreiches und warnintensives Wetter spräche, wie oben schon
angedeutet. Dabei ist die Frontalzone bei C4 etwas schwächer. Die Cluster C2, C3
und C5 (zusammen 28 Mitglieder) machen die Zonalisierung der Wetterlage nicht
mit. Es bleibt bei stärkerem atlantischem Blocking, zum Ausgleich liegen wir
dann weitgehend auf der kalten Seite der Frontalzone. Je nach Zugbahn der Tiefs,
würden unterschiedliche Regionen Deutschlands Schneefälle abbekommen.
Interessanterweise zeigt keines der Cluster eine weiter nördlich verlaufende
Frontalzone, wie z.B. vom deterministischen Lauf des GFS angedeutet.

Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen die Temperaturkurven
bis kommenden Dienstag recht gut gebündelt im Winterbereich. Das Geopotential
steigt bei ebenso recht guter Bündelung etwas an, was die Abnahme der
Tiefdrucktätigkeit widerspiegelt. Dabei gibt es abgesehen vom Süden wiederholte,
wenn auch nicht starke Niederschlagssignale. Anschließend, ab nächstem Mittwoch,
laufen die Kurven bei Temperatur und Potential deutlich auseinander. Aber: Die
Mehrheit des Ensembles verharrt bei kalten Varianten und selbst im Süden gibt es
kaum Temperaturkurven, die über 0°C steigen. Die Niederschlagssignale nehmen
Mitte nächster Woche wieder in allen Regionen zu.

Die Rauchfahnen des GFS zeigen mehrheitlich Mitte nächster Woche wieder eine
leichte Milderung (T850 eher wieder über -5°C) und einen leichten Anstieg des
Geopotentials. Der Unterschied zum IFS-EPS mag nicht groß sein, aber die Tendenz
zu etwas milderem Wetter ist bei GFS ersichtlich. Das wäre allerdings auch keine
starke Milderung, zudem ist das Tieflagentemperaturniveau auch stark von
Windrichtung und Durchmischung abhängig.

Kommen wir zum Fazit:
Vom Wochenende bis zum Dienstag wird es erstmal winterlich, zumindest was das
Temperaturniveau angeht. Insbesondere in der Nordhälfte und in den
Mittelgebirgen dürfte auch Schnee (mit Verwehungen) zunehmend mit von der Partie
sein, während sich im Süden die Hoffnungen auf Schnee auf den Freitag
fokussieren. Ab nächsten Mittwoch wird es dann sehr unsicher. Eine
durchgreifende Milderung ist aber unwahrscheinlich, eher bleibt es kalt oder wir
steuern auf eine spannende und warnintensive Grenzwetterlage zu.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI:
Der EFI zeigt am Samstag und am Sonntag Signale für Schnee im Nordwesten
Deutschlands.

Sturm:
Das IFS-EPS liefert vor allem am Samstag noch recht deutliche Signale für
stürmische Böen über der See. Nachfolgend bleibt es zwar windig, für stürmische
Böen reicht es aber abgesehen von exponierten Gipfeln wohl nicht mehr.

Schneeverwehungen:
In den Mittelgebirgen kann es in mittleren und höheren Lagen von Samstag bis
Mittwoch immer wieder Schneeverwehungen geben, abhängig von der Schneemenge.
Lediglich am Dienstag stellt sich bei etwas abnehmendem Wind eine vorübergehende
Beruhigung ein.

Schneefall:
Das IFS-EPS zeigt zwar keine deutlichen Signale. Bei der Schauerlage können aber
zumindest am Samstag und Sonntag in den Mittelgebirgen punktuell mehr als 10 cm
Neuschnee innert 12 Stunden oder 15 cm innert 24 Stunden nicht ausgeschlossen
werden.

Frost:
Ziemlich sicher ist, dass es bereits ab Samstag wieder in größeren Teilen
Süddeutschlands sowie in mittleren und höheren Lagen der Mittelgebirge zu
Dauerfrost kommt. In den Nächten kann es in den Mittelgebirgen sowie über dem
Südosten über Schnee zu strengem Frost kommen. In den Alpen ist dies jede Nacht
wahrscheinlich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann


Quelle: Deutscher Wetterdienst