Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Freitag, 09. Januar 2026 • 19:28:15 (UTC+1)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 091800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 09.01.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Langsame Entschärfung der Sturm- und Unwetterlage durch Verwehungen. Allerdings
noch zeitweise Schnee, im Schwarzwald ergiebig.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
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Aktuell ... haben wir den Höhepunkt der winterlichen Unwetterlage in weiten
Teilen Nord- und Ostdeutschlands überschritten. Die Warnlage bleibt aber noch
angespannt, insbesondere die Verwehungssituation im Norden und Nordwesten
entspannt sich nur langsam.

Das verantwortliche Sturmtief ELLI wurde um 12 UTC mit einem Kerndruck von 979
hPa über dem Raum Nijmegen (Süd-Niederlande) analysiert. Vergangene Nacht hatte
es im Bereich des Ärmelkanals noch einen minimalen Luftdruck von ca. 969 hPa,
hat sich also bereits etwas abgeschwächt. Kein Wunder, denn das Tief wurde vom
nachfolgenden Höhentrog bereits eingeholt. In der kommenden Nacht wird sich das
Tief unter weiterer, deutlicher Abschwächung zur Mitte Deutschland südostwärts
verlagern und nimmt dabei immer mehr eine ovale, fast rinnenartige Struktur an.
Der Luftdruckgradient fächert sowohl ab der Nord- als auch an der Südflanke
langsam aber sicher auf, womit sich auch der Wind nach und nach abschwächt.

An der Nordflanke weht er über der Nordhälfte natürlich aus östlichen Richtungen
und erreicht in Böen anfangs noch recht verbreitet Stärke 6-7 Bft, am längsten
im Nordwesten. An exponierten Abschnitten der Ostseeküste, vor allem aber an der
Nordsee sowie im angrenzenden Binnenland sind stürmische Böen oder Sturmböen 8-9
Bft möglich, in Ostfriesland auch noch einzelne schwere Sturmböen 10 Bft. Die
lockere Schneedecke (es fielen in einem Streifen vom Nordwesten bis in den Osten
verbreitet 5-15 cm Neuschnee, lokal auch mehr) kann dadurch weiterhin verwehen,
im Nordseeumfeld auch weiter mit unwetterartigen Auswirkungen. An der Südflanke
kommt der Wind aus Südwest bis West und bringt vor allem dem Süden und Südwesten
gebietsweise steife Böen 7 Bft, in höheren und freien Lagen stürmische Böen 8
Bft, auf Gipfeln je nach Höhenlage Sturm- bis orkanartige Böen (9-11 Bft).

Das frontale Niederschlagsband hat sich bereits vollständig, eigentlich sogar
mehrfach um den Tiefkern gewickelt, eine Kaltfront ließ sich, typisch für das
"Frontal Fracture" einer Shapiro-Keyser-Zyklone aber nicht mehr analysieren.
Folglich kommt es verbreitet zu Niederschlägen, die sich langsam in die
Südhälfte zurückziehen und deren Intensitäten sich in der Fläche eher
abschwächen. An der Nordflanke des Tiefs fällt in der bodennah sehr kalten,
stabil geschichteten Polarluft natürlich durchweg Schnee. Bis zum Morgen geht
der Niederschlag auch bis zur Mainlinie bis in tiefe Lagen in Schnee über.
Südlich des Tiefs hat zwar auch wieder KLA eingesetzt, die Luftmasse ist aber
gut durchmischt, sodass die Schneefallgrenze bei T850 um -5 °C eher bei 300 bis
500 m anzusetzen ist und nur langsam weiter absinkt. In einem schmalen
Übergangskorridor (über der Mitte) kann es über die Nacht hinweg immer wieder
auch gefrierenden Regen geben, was aber aufgrund der Kleinräumigkeit eher
markant zu bewarnen ist. Bezüglich der Neuschneemengen heben sich vor allem die
Staulagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge ab. Dort sind über 10
cm möglich, lokal auch mehr (markante Warnungen). Im Schwarzwald stellt sich gar
ergiebiger Schneefall ein (Unwetter), der bis in die Nacht zum Sonntag anhält
und zu Mengen von 20 bis 50 cm führt. Ähnliche Mengen sind bis Sonntagvormittag
auch im Oberallgäu möglich. Verwehungen sind zumindest in der Nacht aufgrund der
noch nicht so mächtigen und eher nassen Schneedecke aber eher noch kein Thema.
Im übrigen Land werden meist nur 1-5 cm Neuschnee erwartet, wenn überhaupt, in
den tiefsten Lagen im Süden und Südwesten bleibt es sogar teils schneefrei.

Ganz im Norden und Nordosten trocknet es im Nachtverlauf ab, örtlich lockert es
auf, lediglich an der Küste sorgt ein schwacher "Lake-Effect" (hochreichende
Kaltluft, aber noch zu starke Windscherung) für Schneeschauer und örtlich wenige
Zentimeter Neuschnee.

Die Tiefstwerte liegen im Süden und Südwesten bei 4 bis 0 Grad in tiefen Lagen
und 0 bis -5 Grad im Bergland. Ansonsten stellt sich (mit Ausnahme der Küsten)
überall Frost ein bei Minima zwischen -1 und -7 Grad, im Osten örtlich bis knapp
-10 Grad. Neben Schneeglätte kann es vereinzelt auf Glätte durch überfrierende
Nässe geben.



Samstag ... verlagert sich das ehemalige Sturmtief ELLI unter weiterer
Abschwächung über die südliche Mitte südostwärts. Im Schlepptau hat es einen
Bodentrog, der abends den Alpenrand erreicht. Im Vorfeld weht der Wind im Süden
und Südwesten (vom Schwarzwald bis zu den Alpen) noch lebhaft aus West mit
gebietsweisen steifen Böen 7 Bft, in höheren Lagen stürmischen Böen 8 Bft, auf
Gipfeln mit (schweren) Sturmböen 9-10 Bft. Auch an den Küsten muss noch mit
steifen, exponiert stürmischen Böen 7-8 Bft aus Ost bis Nordost gerechnet
werden. Allerdings zieht der Gradient vor allem im Nordwesten zügig auseinander,
sodass der Wind dort nachlässt. Im Ostseeumfeld dauert es noch etwas länger mit
der Abschwächung, da der Gradient zwischen einem Tief über Westrussland und
einem Hoch über Skandinavien noch aufrechterhalten wird.

Mit dem insgesamt abnehmenden Wind nimmt auch die Verwehungsgefahr im Norden und
Nordwesten ab. Die Unwetterwarnungen können schon in den Frühstunden auslaufen.
Markanten Warnungen könnten in Verbindung mit Böen ab 6 Bft aber sicher noch bis
zum Mittag gebietswiese eine Berechtigung haben.

Die mit dem Tief bzw. Bodentrog in Verbindung stehenden Niederschläge ziehen
sich nach und nach in den Süden zurück und gehen dort mit fortschreitender,
bodennaher KLA auch in den tiefsten Lagen in Schnee über. Mit Ausnahme des
Schwarzwaldes und des Allgäus, wo es zu ergiebigen Stauschneefällen kommt (siehe
oben), sind die Intensitäten eher schwach, sodass nicht allzu viel Neuschnee zu
erwarten ist. Meist liegen sie im 12 -stündigen Zeitraum bei 1 bis 5 cm, im
Bergland und an den Alpen vereinzelt auch mal bei 5 bis 10 cm.

An den Küsten gibt es anfangs einige Schneeschauer (schwacher Lake-Effect), die
im Zuge eines kurzwelligen Troges im Tagesverlauf über der Norddeutschen
Tiefebene nach Süden gesteuert werden. Aber auch diese bringen kaum
nennenswerten Neuschnee, aber immerhin gebietsweise Glätte.

Vor und hinter dem Schauerband kann es über der Nordhälfte gebietsweise
auflockern, sodass die Sonne gebietsweise zum Vorschein kommt. Nach Süden zu hat
sie keine Chance.

Nördlicher einer Linie Eifel-Vogtland stellt sich Dauerfrost ein (0 bis -7 Grad,
nur an der See teils frostfrei), südlich davon liegen die Höchstwerte zwischen 0
und 5 Grad.

In der Nacht zum Sonntag zieht der Langwellentrog nach Osten ab, sodass wir auf
die Vorderseite eines Rückens über Westeuropa kommen. Dabei wird ein
Zwischenhoch gestützt, dass sich nach Mitteleuropa vorarbeitet und als Brücke
zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über Skandinavien fungiert. Der Osten wird
allerdings zunächst noch von dem südwärts ziehenden kurzwelligen Troganteil und
dem damit verbundenen Schauerband tangiert. Die Neuschneemengen bleiben gering,
nur am Erzgebirge sind staubedingt ein paar Zentimeter drin. Auch an den Alpen
staut es noch etwas und die Schneefälle halten an. Mit Ausnahme weniger
exponierter Staulagen bewegen sich die Neuschneemengen aber im gelben Bereich.
Ansonsten sorgt das einsetzende Absinken für nachlassende Niederschläge und
zunehmendes Aufklaren. Nur gebietsweise hält sich tiefer Stratus.

Im Osten weht noch ein mäßiger Nord- bis Nordwestwind mit steifen Böen an der
vorpommerschen Ostseeküste, ansonsten schläft der Wind mit dem übergreifenden
Zwischenhoch ein und es kann kräftig auskühlen. Die Tiefstwerte liegen meist
zwischen -6 und -12 Grad, unter klarem Himmel und über Schnee geht es
stellenweise runter auf um oder knapp unter -15 Grad. Etwas milder ist es am
Oberrhein und unmittelbar an der See.


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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Sonntag ... ergeben sich keine signifikanten Änderungen zur Frühübersicht.
Während der Sonntag selbst ein Tag zum Durchschnaufen ist
(Zwischenhocheinfluss), greift in der Nacht zum Montag das nächste atlantische
Frontensystem von Westen her über und leitet die nächste warnintensive Phase
ein. Die damit verbundenen Niederschläge gehen bei kräftiger WLA rasch von
Schnee in Regen über, fallen aber in die bodennahe Frostluft und können
verbreitet für Glatteis sorgen. Es besteht Unwettergefahr! Zudem frischt der auf
Süd drehende Wind in Hoch- und Leelagen westlichen Mittelgebirge und an der
Nordsee stark bis stürmisch auf. Die Osthälfte bleibt (noch) außen vor,
allerdings dürften die Tiefstwerte von verbreitet unter -15, örtlich sogar um
-20 Grad ebenfalls für Aufsehen sorgen.




Modellvergleich und -einschätzung
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Prognose- und warnrelevanten Unterschiede zeigen sich erst ab der Nacht zum
Montag. Es ist noch fraglich, wie schnell der Niederschlag nach Osten vorankommt
und wie intensiv dieser ist. Damit steht und fällt natürlich auch die etwaige
Unwetterlage durch Glatteis.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 09.01.2026 um 10.30 UTC



Ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder, dabei eine mögliche
Unwetterlage durch gefrierenden Regen. In der zweiten Wochenhälfte weiterhin
leicht wechselhaft in sehr mildem Temperaturniveau.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 16.01.2026


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Montag setzt nach dem sehr kalten
Wochenende eine Milderung ein. Ein Höhenrücken schwenkt nach Deutschland ein,
wird jedoch rasch von einem überlaufenden Kurzwellentrog überquert. Dieser
stützt die erste Okklusions- bzw. Warmfront eines Sturmsystems bei Schottland,
die im Tagesverlauf von Westen her auf ganz Deutschland übergreift. Damit setzen
zunächst Schneefälle ein, die mit der raschen Milderung der unteren Troposphäre
bald in Regen übergehen. Trotz eines deutlich auffrischenden Südwindes dürfte
die bodennahe Kaltluft jedoch nicht überall vollständig ausgeräumt werden,
sodass bereits tagsüber ein erhöhtes Glatteisrisiko besteht. Das genaue
thermische Profil zum Zeitpunkt des Niederschlagseinsetzens ist noch unsicher;
es ist durchaus möglich, dass die Schneephase nur eine untergeordnete Rolle
spielt und gefrierender Regen dominiert. In diesem Fall wäre insbesondere ab der
Mitte und im Osten eine markante bis unwetterartige Glatteislage zu erwarten.
In der Nacht zum Dienstag erreichen die Niederschläge den Osten bis zur Oder.
Dort fällt anfangs noch Schnee, wobei Neuschneemengen um 5 cm möglich sind.
Während sich die Lage in der Westhälfte bei deutlich positiven Temperaturen
zunehmend entspannt, bleibt sie von Ostbayern über Mecklenburg bis in die
östlichen Landesteile hinein bei noch negativen Temperaturen weiterhin
angespannt.

Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach
Süden aus, während sich im Gegenzug von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken
über Mitteleuropa etabliert und seinen Vorgänger ersetzt. Deutschland gelangt in
eine südwestliche Höhenströmung mit bodennahem Südwind, wodurch zunehmend milde
Luftmassen herangeführt werden. Südwestlich der Elbe steigen die Temperaturen in
850 hPa auf über 0 °C, im Südwesten teils bis +7 °C, und auch bodennah setzt
sich eine deutliche Milderung durch. Im Nordosten werden ebenfalls positive
Temperaturen erreicht, lediglich in Kältelagen der östlichen Mittelgebirge sowie
entlang von Oder und Neiße hält sich noch Frost. Eine weitere, vom Südosten bis
in die Mitte ziehende Front bringt ausschließlich Regen. Trotz teilweise noch
gefrorener Böden ist aufgrund der ausgeprägten Milderung kaum noch mit Glatteis
zu rechnen. Nach Abzug der Front kann es in der Nacht zum Mittwoch bei
Wolkenauflockerungen im Süden jedoch lokal zu gefrierender Nässe kommen.

Am Mittwoch verlagert sich der Höhenrücken allmählich nach Osten, während ein
neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront auf Deutschland
übergreift. Diese bringt etwas Regen, jedoch erwärmte Polarluft, sodass keine
markante Abkühlung eintritt. Mit der Winddrehung auf Südwest wird auch im
Nordosten die verbliebene bodennahe Kaltluft vollständig ausgeräumt. Dort sowie
im Südosten ist Glatteis allerdings lokal nochmals nicht ganz ausgeschlossen.

Am Donnerstag schwenkt ein weiterer Kurzwellentrog durch, während der Haupttrog
westlich von Mitteleuropa verbleibt. Die südwestliche Strömung bleibt damit
erhalten. Leichte Niederschläge ziehen durch, zudem frischt der Wind
insbesondere an der Küste sowie in den Hochlagen deutlich auf. Bei Höchstwerten
zwischen 2 und 11 °C schreitet die Schneeschmelze weiter voran. Da keine
nennenswerten Niederschlagsmengen erwartet werden, ist ein ausgeprägtes
Tauwetter mit Hochwassergefahr weiterhin nicht zu erwarten.

Im weiteren Verlauf verbleibt Deutschland auf der Vorderseite des atlantischen
Langwellentroges, meist unter südlicher Strömung. Die niedertroposphärische
Luftmasse bleibt insgesamt mild. In den östlichen Landesteilen kann es bei
zeitweise geringerer Bewölkung insbesondere nachts jedoch wieder zu deutlicher
Abkühlung kommen, während es im Westen unbeständiger und insgesamt milder
bleibt. Somit dürfte der überwiegende Teil der Schneedecke im Flachland
abgeschmolzen sein.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der jüngsten IFS-Läufe ist über den gesamten Mittelfristzeitraum
hinweg insgesamt gut. Eine markante Milderung wird dabei durchgängig
unterstützt. Der aktuelle Lauf zeigt sich gegenüber den gestrigen Rechnungen
sogar etwas schneller, sodass auch im Osten allmählich Tauprozesse einsetzen.

Insgesamt kommt es von Montag bis Mittwoch durch das Übergreifen zweier
Warmfronten sowie einer nachfolgenden Kaltfront von Südwesten und Westen her zu
einer deutlichen Milderung. Mit der ersten Warmfront treten zunächst Schneefälle
auf, die jedoch rasch in Regen übergehen. Dabei besteht insbesondere ab der
Mitte und im Osten eine deutlich erhöhte Glatteisgefahr. Das genaue Timing der
Frontpassagen ist noch mit Unsicherheiten behaftet, hier zeigen die Modelle
weiterhin teils größere Unterschiede.

Im weiteren Verlauf bleibt es leicht wechselhaft bei milden bis sehr milden
Temperaturen. Die vorhandene Schneedecke geht dabei allmählich zurück. Da die
Milderung nach heutigem Stand ohne nennenswerte Niederschläge und ohne starke
Windereignisse einsetzt, ist ein ausgeprägtes Tauwetter mit erhöhter
Hochwassergefahr derzeit nicht zu erwarten.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die aktuell vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen für den
Mittelfristzeitraum insgesamt eine recht ähnliche Entwicklung. Unterschiede
bestehen jedoch hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der die Warmluft von
Südwesten und Westen her auf Deutschland übergreift. GFS, IFS und UKMO
simulieren dabei den Vorstoß am zügigsten, während ICON die bodennahe Kaltluft
am längsten aufrechterhält und diese erst verzögert vollständig ausräumt.

Als markantestes Ereignis wird modellübergreifend die erste Okklusionsfront am
Montag sowie in der Nacht zum Dienstag gerechnet, an der zugleich die höchsten
Niederschlagsintensitäten auftreten. In dieser Hinsicht besteht zwischen den
Modellen eine gute Übereinstimmung. Das genaue Timing der Frontpassage wird
jedoch weiterhin deutlich unterschiedlich simuliert.

Einheitlich zeigen alle Modelle eine ausgeprägte Milderung in der Höhe mit
deutlich positiven Temperaturen, sodass insgesamt eine Glatteislage signalisiert
wird. Aussagen zur räumlichen Ausdehnung und zur Intensität sind derzeit noch
mit Unsicherheiten behaftet, die entsprechenden Signale haben sich jedoch im
Vergleich zu den Vortagen nochmals verstärkt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen (EPS-Plumes) verschiedener Städte in Deutschland zeigen bis
Dienstag verbreitet einen deutlichen Anstieg des Geopotenzials, anschließend ein
vergleichsweise konstantes Niveau bei insgesamt mäßiger Streuung. Auch die
Temperaturen in 850 hPa steigen rasch an, wobei im Südwesten der Anstieg
deutlich früher und mit geringerer Streuung erfolgt. Dort wird die
0-°C-Isotherme teils bereits am Montagabend überschritten. Selbst im Nordosten
ist die Milderung zumindest in der mittleren Troposphäre klar erkennbar.

Der Ensemble-Spread bleibt bis weit in den Mittelfristzeitraum hinein gering.
Nach dem ausgeprägten Temperaturanstieg pendeln sich die 850-hPa-Temperaturen um
den Gefrierpunkt ein. Im Flachland ist damit zunächst nicht mehr mit Schneefall
zu rechnen, und die vorhandene Schneedecke geht nach und nach zurück. Zudem
zeigen die Ensembles wiederholt Niederschlagssignale, was insgesamt auf eine
wechselhafte Witterungsphase hindeutet.

Die Clusteranalyse zeigt zu Beginn fünf Cluster, wobei sich Haupt- und
Kontrolllauf im Cluster 4 befinden. Alle Cluster weisen einen Höhenrücken über
Europa auf, flankiert von zwei Langwellentrögen über Osteuropa und dem Atlantik.
Auch wenn die Struktur zunächst blockierend erscheint, ist eine gewisse
Verlagerung erkennbar. Dadurch hat die eingeflossene Polarluft keine
Möglichkeit, sich über Deutschland zu etablieren, während von Westen her bereits
eine Milderung einsetzt.

Im Zeitraum t+120-168 h ergeben sich drei Cluster, mit Haupt- und Kontrolllauf
in Cluster 2. Dieses Szenario zeigt eine ostwärtige Verlagerung des Höhenrückens
sowie eine zunehmende südwestliche Strömung in der Höhe über Deutschland. Damit
ist der Weg frei für eine durchgreifende und nachhaltige Milderung.

Im Zeitraum t+192-240 h liegen nur noch zwei Cluster vor, mit Haupt- und
Kontrolllauf ebenfalls in Cluster 2. Dieses Cluster weist eine zunehmende
Zonalisierung der Strömung auf, verbunden mit einer ostwärtigen Progression der
Langwellentröge. Deutschland gelangt dabei in eine westliche, zyklonal geprägte
Wetterlage.

Fazit:
Das Ende des winterlichen Wetters setzt sich in der kommenden Woche nordostwärts
durch. Insbesondere zu Wochenbeginn ist jedoch mit einer markanten, teils
unwetterartigen Glatteislage zu rechnen. Auch im Nordosten greift schließlich
die Milderung durch, bei insgesamt wechselhafter Witterung.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GLATTEIS/SCHNEE:
Am Montag sowie in der Nacht zum Dienstag besteht insbesondere ab der Mitte und
im Osten Deutschlands ein erhöhtes Risiko für Glatteis durch gefrierenden Regen,
teils mit unwetterartigem Charakter. Dabei ist es möglich, dass die
Niederschläge gebietsweise direkt als Regen einsetzen und die Schneephase
zumindest in der Mitte nur kurz oder untergeordnet ausfällt. Von Ostbayern bis
nach Vorpommern sind vor dem Übergang in Regen Neuschneemengen von etwa 5 bis 10
cm möglich.

Auch an den Folgetagen kann es von Ostbayern bis zur Oder erneut zu gefrierendem
Regen kommen. Insgesamt überwiegt jedoch die Tendenz einer fortschreitenden
Milderung, die sich zunehmend auch im Osten durchsetzt.

STURM:
Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS insbesondere am Montag, Mittwoch
und Donnerstag im Bereich der Nordsee, dort häufig bei ablandiger Strömung. Am
Montag werden zudem stürmische Böen im westlichen Bergland angedeutet. Abgesehen
davon spielt Wind im Mittelfristzeitraum voraussichtlich eine untergeordnete
Rolle.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta


Quelle: Deutscher Wetterdienst