Private Wetterstation Kalkriese

Lat.: 52° 24' 26" Nord • Long.: 8° 04' 41" Ost • Höhe: 57 m ü. NN
Sonntag, 11. Januar 2026 • 04:55:17 (UTC+1)

Wettervorhersage externer Anbieter



Bodenanalysekarten und Synoptische Übersichten

Luftdruck - Fronten - Wetter

Nordatlantik - Europa
 
 
Nordatlantik - Europa


Quelle: Deutscher Wetterdienst, Quelldatei bearbeitet und eigene Angaben ergänzt.




SXEU31 DWAV 101800

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 10.01.2026 um 18 UTC


SCHLAGZEILE:
Im Süden gebietsweise noch Schneefall, allmählich Richtung Alpen zurückziehend
und damit Ende der Unwetterlage im Schwarzwald. Am Sonntag Zwischenhocheinfluss.
Ab der Nacht zum Montag aufkommende Glatteislage, Unwetter wahrscheinlich.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
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Aktuell ... liegt Deutschland rückseitig eines umfangreichen Höhentroges, der
vom Osten Europas bis in den zentralen Mittelmeerraum reicht. Korrespondierend
dazu befindet sich im Bodendruckfeld eine umfangreiche Tiefdruckzone über dem
Osten und Süden/Südosten Europas, die mehrere Kerne aufweist. Einer davon ist
unser ehemaliges Sturm-/Schneetief ELLI. Es hat sich mittlerweile deutlich
abgeschwächt und befindet sich aktuell mit seinem Kern etwa über Unterfranken.
Von dort wird es in den nächsten Stunden unter weiterer Abschwächung in Richtung
Niederösterreich ziehen, wobei es sich auf dem Weg dorthin zusehends auflöst und
am Ende nur noch ein in Richtung Süd- und Südwestdeutschland gerichteter
Bodentrog übrigbleiben wird.
Die mit dem Tief bzw. dem Bodentrog in Verbindung stehenden Schneefälle
betreffen aktuell noch Gebiete im Süden und ziehen sich am Abend bzw. in der
Nacht zum Sonntag zunehmend Richtung Alpen zurück. Dabei sind die Intensitäten
meist schwach, sodass in den nächsten Stunden meist nur 1 bis 5 cm fallen, in
den Staulagen des Schwarzwaldes auch mehr. Dort läuft die Unwetterwarnung noch
bis Mitternacht, nachfolgend lassen die Intensitäten deutlich nach. An den
Alpen, wo die Schneefälle erst im Laufe des Sonntagvormittags zum Erliegen
kommen, kommen insgesamt (seit gestern) 5 bis 10 cm, in Staulagen bis 15 cm
Neuschnee zusammen. Im Allgäu, wo es ebenfalls zu Stauniederschlägen kommt, sind
bis Sonntagvormittag über den bewarnten Zeitraum 20 bis 30, in höheren Staulagen
bis 50 cm Neuschnee zu erwarten.
Die Polarluft, die heute bereits im Norden und Osten wetterwirksam war, wird
rückseitig des Tiefs wieder nach Süden und Westen vorankommen. Sie gelangt mit
dem allmählichen Abziehen des Troges von Westen unter den Einfluss eines
Zwischenhochs (BRONCO II), das sich gestützt durch einen Höhenrücken, vom
Südwesten Europas in Richtung Mitteleuropa voranschiebt und eine Verbindung zu
einem weiteren Hoch (BRONCO I) über Skandinavien aufnimmt. Durch das einsetzende
Absinken lockert auch die Bewölkung vielerorts auf, sodass die Nacht oft klar
verläuft. In der Kaltluft gibt es verbreitet Tiefstwerte zwischen minus 4 und
minus 9 Grad, vom Nordwesten bis in den Südosten auch häufig strengen Frost bis
minus 16 Grad. Etwas milder bleibt es nur entlang des Oberrheins und unmittelbar
an der See.
Im Osten könnte ein kurzwelliger Troganteil nochmal für einzelne Schneeschauer
sorgen, die aber meist keine nennenswerten Neuschneemengen bringen, einzig am
Erzgebirge sind staubedingt wenige Zentimeter möglich.
Der Wind lässt weiter nach, vor allem an der Ostsee und dort von Rügen bis
Usedom sind gradientbedingt weiterhin Böen Bft 7 bis 8 um Nord zu erwarten. Auch
auf Alpengipfeln weht der Wind noch teils stürmisch (Bft 8 bis 9).

Sonntag ... zieht der Höhentrog ostwärts ab und wir gelangen von Westen in den
Einflussbereich des Höhenrückens. Im Bodendruckfeld verlagert sich der
Schwerpunkt des Hochs BRONCO II in Richtung Süddeutschland. An den Alpen fallen
noch letzte Schneeflocken. Und so erwartet uns ein ruhiger und in einigen
Landesteilen auch sonniger Wintertag. Etwas zähe Bewölkung kann sich aus der
Nacht heraus vor allem gebietsweise im Norden und Südosten, aber auch im
Südwesten des Landes halten.
Im Laufe des Nachmittags ziehen in der Westhälfte ohnehin hohe und mittelhohe
Wolkenfelder auf. Sie sind die Vorboten der Warmfront eines Tiefs mit Kern
nordwestlich von Irland (GUNDA). Sie erreicht bis zum Abend etwa eine Linie
östlicher Ärmelkanal-Paris, sodass Niederschläge noch nicht übergreifen.
Die Temperatur bleibt tagsüber häufig im Frostbereich, Höchstwerte knapp über
Null Grad gibt es nur gebietsweise im Südwesten, sowie lokal im äußersten Westen
und an den Küsten.
Der Wind an der Ostsee lässt im Tagesverlauf wieder nach. Dafür frischt er über
der Nordsee mit Annäherung des Sturmtiefs bei den Britischen Inseln auf. Im
Küstenbereich und auf den Inseln sind aber noch keine warnwürdigen Böen zu
erwarten.

In der Nacht zum Montag verlagert sich das Sturmtief in Richtung der
Färöer-Inseln. Das teilokkludierte Frontensystem greift mit ersten
Niederschlägen vor allem in der zweiten Nachthälfte auf die Westhälfte
Deutschlands über und sie erreichen etwa eine Linie
Hamburg-Westthüringen-Allgäu. Diese fallen zunächst als Schnee mit wenigen
Zentimetern Neuschnee, gehen aber bei kräftiger WLA von Westen rasch in Regen
über. Aufgrund der bodennahen Frostluft muss dann verbreitet mit am Boden
gefrierendem Regen und somit Glatteis gerechnet werden. Somit besteht dort
Unwettergefahr! Weiter östlich/südöstlich hält sich zunächst noch schwacher
Hochdruckeinfluss. Die Bewölkung nimmt zwar im Laufe der Nacht von Westen zu, es
bleibt aber noch trocken.
Durch die anfangs noch klare Nacht gibt es von Schleswig-Holstein bis in den
Osten und Südosten Deutschlands nochmals verbreitet strengen Frost bis minus 15
Grad. Sonst gibt es mäßigen, im äußersten Westen und Südwesten nur leichten
Frost.
Der Wind frischt im Westen und Nordwesten weiter auf. Auf einigen Nordseeinseln
sowie im westlichen Bergland gibt es erste Böen Bft 7 bis 8 um Süd, auf dem
Brocken auch Sturmböen Bft 9.

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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag ... hat sich zu der Beschreibung aus der Frühübersicht nichts
Grundlegendes geändert. Die Modelle zeigen übereinstimmend, dass die
Niederschläge auch den Osten und Südosten erreichen. Während die Niederschläge
Richtung Norden und Osten im Bereich der Okklusion etwas schwächer ausfallen
sollen, sind diese im Bereich der Warmfront über dem Südosten, bzw. der leicht
wellenden nachfolgenden Kaltfront über der Mitte etwas kräftiger. Im Westen,
Nordwesten und Südwesten sollte sich die Glättesituation bereits im Laufe des
Vormittags entspannen. Im Bereich der zentralen Mittelgebirge und auch am
Ostrand des Niederschlagsgebietes wird es aber bis in die Nacht zum Dienstag
oder gar bis Dienstagmorgen dauern, bis die Kaltluft ausgeräumt ist. Am
kritischsten dürfte wieder der Osten und Südosten Bayerns werden, wo die
östliche Windkomponente noch längere Zeit anhält und somit auch am Dienstag
weiterhin Unwettergefahr oder zumindest bei nachlassender
Niederschlagsintensität markante Glättegefahr besteht.



Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle zeigen die Wetterentwicklung sehr ähnlich. Auch der zeitliche Ablauf
am Montag stimmt weitgehend überein. Unterschiede gibt es noch bezüglich der
Niederschlagsintensität vor allem in Richtung Osten Deutschlands. IFS zeigt dort
höhere Mengen als die anderen Modelle. Insofern ist die Ausprägung der
Glatteislage dort noch unsicher.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 10.01.2026 um 10.30 UTC



Deutliche Milderung. Vielfach trüb und örtlich etwas Regen oder Sprühregen, im
Osten und Süden anfangs noch gefrierend mit Glatteisbildung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 17.01.2026


Am kommenden Dienstag wird sich die knackig kalte Winterluft nahezu vollständig
aus Deutschland verabschiedet haben. Die erste Warmfrontstaffel, die nur noch
sehr zögernd bis gar nicht ostwärts vorankommt, hat die Oder bereits ostwärts
passiert. Im Vorfeld einer Tiefdruckgirlande, die sich vom Nordmeer über die
Britischen Inseln bis zur Iberischen Halbinsel erstreckt, hat sich mit einer
südlichen (oberhalb der Grenzschicht südwest- bis westlichen) Strömung deutlich
mildere Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum durchgesetzt. Eine zweite
(deutlich schwächere) Warmfrontstaffel schließt sich über Benelux bis nach
Westdeutschland an und schenkt nordostwärts. Dadurch wird in der Höhe unter
anderem auch der Rücken über Mitteleuropa gestützt und die Niederschläge fallen
entsprechen schwach und spärlich aus. So wird es vielerorts ein trüber Tag, im
Westen und Südwesten bei milden 6 bis 11 Grad, am Alpenrand wird es leicht
föhnig.
Da der Gradient aber nicht sonderlich stark ausgeprägt ist, dauert es mit einer
durchgreifenden Milderung bei noch stärkerem Südosteinschlag des Windes von der
unteren Donau bis zur Ostsee noch etwas länger und gebietsweise kann der Regen
noch gefrierend sein. Tagsüber bleibt bei dahinsiechendem Schnee in diesen
Regionen teils anhaltend neblig trüb bei -1 bis +4 Grad maximal.

Am Mittwoch schwenkt der Rücken ostwärts ab und wir geraten noch näher an die
Vorderseite des Westeuropatroges heran. In die südwestliche Höhenströmung ist
ein leicht wellendes Frontensystem eingebettet, das von Westen auf Deutschland
übergreift. Dessen Intensität und Ausgreifen südostwärts ist noch mit größeren
Unsicherheiten behaftet. Sollte sich die Kaltluftschicht über Schneeresten bei
nächtlichen Auflockerungen von Vorpommern über das Zittauer Gebirge bis nach
Niederbayern und zum Alpenrand nochmal regenerieren können, sind örtlich
nochmals "Schweinereien" in punkto Glatteisbildung denkbar. Eine überregionale
Glatteislage droht aber aller Voraussicht nach nicht mehr.

Am Donnerstag schwenkt der Trog unter Abschwächung nordostwärts durch und die
südwestliche Strömung bekommt vorübergehend einen stärkeren antizyklonalen
Touch. Gleichzeitig stößt ein kräftiger Randtrog vom Atlantik Richtung Biskaya
vor. In der gealterten Mittelmeerluft mit T850 um 0°C über uns bleiben
Auflockerungen bei allenfalls mäßigen südlichen bodennahen Winden selten. Am
ehesten kann der Süden profitieren sowie die Nordränder der Mittelgebirge. Regen
fällt nur noch vereinzelt und am ehesten im Norden und Westen. Ohne
Auflockerungen bleiben selbst die Nächte im Süden und Osten frostfrei.

Bis zum Wochenende ändert sich an der beschriebenen Wetterlage wenig bis nichts.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der vergangenen 3-4 Läufe ist relativ hoch. Unsicherheiten
betreffen vor allem die Intensität der Randtiefs über Westeuropa, deren
Auswirkungen auf Deutschland überschaubar sind (Intensität der Regenfälle im
Nordwesten, Windentwicklung an der Nordsee).
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis auf kleinere Unschärfen beim Timing und der Intensität der meist schwachen
Tiefausläufer aus Westen bestehen keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich
der Wetterentwicklung in der kommenden Woche untereinander. Einzig das UK10
wartet mit einer kleinen Besonderheit auf, die den Trog bei dessen Passage über
uns amplifizieren lässt und somit nebst intensivierenden Randtiefs und
Windentwicklung auch eine kurzzeitige Rückseite mit T850 bis -4°C in der Nacht
zum Donnerstag bei uns einfließ0en lässt. Kaum mehr als eine Außenseiterlösung.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Sind gut gebündelt und zeigen eine deutliche Erwärmung auf T850 um oder etwas
über 0°C im Deutschlandmittel bei wiederholten Niederschlagssignalen vor allem
in der Nordwesthälfte.

CLUSTER:
1 Cluster im Mittelfristzeitraum, das den Hauptlauf stützt. Noch Fragen?

FAZIT:
Besiegelte Sachen: Es heißt (vorläufigen) Abschied vom Winter zu nehmen. Bei
einer auf Süd drehenden Strömung mit Frontenfriedhof dicht östlich von uns
vollzieht sich zum Wochenanfang eine deutliche Milderung. Dabei bleibt es auch
aufgrund des langsam tauenden Schnees vielfach neblig-trüb und örtlich fällt
etwas Regen oder Sprühregen, im Osten und Süden anfangs teils noch gefrierend.
Bei Übergang in die erweiterte Mittelfrist und gleichzeitig dritte Januardekade
verdichten sich die Anzeichen eines erhöhten Sturmpotential.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GLATTEIS (UNWETTER):
Am Dienstag von Vorpommern die Oder und Neiße entlang über das Erzgebirge bis
nach Niederbayern örtlich noch gefrierender Regen mit Glatteisbildung
(UNWETTER), im Tagesverlauf nur zögernde Milderung.

Am Mittwoch nur noch an exponierten Stellen in Vorpommern, im Zittauer Gebirge
und in Teilen Niederbayerns stellenweise noch gefrierender Regen möglich.

STURM:
Auf den Inseln reicht es wahrscheinlich bis Samstag noch nicht für Sturmböen, am
ehesten auf den Bergen. Exponiert, wie auf dem Brocken, kommt es zeitweise auch
zu schweren Sturmböen (Bft 10) aus Süd bis Südwest.
In den Clustern häufen sich beim Übergang in die erweiterte Mittelfrist die
Anzeichen für ein Sturmevent. Der EFI reagiert darauf noch nicht.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, AIFS, AICON, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen


Quelle: Deutscher Wetterdienst